Beleuchtung Küche: Typische Fehler und wie man sie vermeidet

Die Küche ist längst mehr als ein Funktionsraum. In hochwertigen Privatwohnungen, offenen Wohnküchen, aber auch in Büroprojekten, Showküchen oder Restaurantküchen in Luxushotels ist sie ein sichtbarer, repräsentativer Ort. Ein Raum, der genutzt, betrachtet und erlebt wird.

Gerade hier zeigt sich, wie präzise Licht geplant wurde. Oder eben nicht.

Licht entscheidet, ob Materialien wertig wirken.
Ob Räume ruhig gelesen werden.
Ob Küchenarbeit leichtfällt oder anstrengend wird.

 

Warum Küchenbeleuchtung so häufig scheitert

Viele Bauherr:innen investieren in exzellente Geräte, maßgefertigte Einbauten und hochwertige Oberflächen. Beim Licht bleibt es oft bei Standardlösungen. Hell genug, dimmbar, erledigt.

Was dabei unterschätzt wird: Die Küche vereint mehr Anforderungen als fast jeder andere Raum. Präzises Arbeiten, Orientierung, Aufenthaltsqualität und oft die direkte Verbindung zu Wohn oder Gästebereichen.

Ohne konzeptionelle Lichtplanung entstehen Fehler, die selbst sehr hochwertige Küchen unruhig, anstrengend oder beliebig wirken lassen.

 
 

Küchenbeleuchtung Fehler-Checkliste ✓

Wenn du die folgenden Punkte für deine Küche abhaken kannst, hast du die häufigsten und wirkungsvollsten Fehler in der Küchenbeleuchtung bereits vermieden. Diese Checkliste zielt nicht auf Perfektion, sondern auf Bewusstsein. Jeder Punkt steht für eine typische Schwachstelle, die Komfort, Funktion und wahrgenommene Qualität direkt beeinflusst.

01Ein einziges Licht für den gesamten Raum

Ein zentrales Deckenlicht soll alles leisten: Arbeiten, Orientierung, Atmosphäre. Das funktioniert nicht.

Küchen benötigen unterschiedliche Lichtzonen. Arbeitsflächen, Verkehrsbereiche, Übergänge zum Wohnraum und ruhige Hintergrundbeleuchtung haben jeweils eigene Anforderungen.

Typische Folgen einer Ein-Licht-Lösung:

  • Schatten auf Arbeitsflächen
  • harte Kontraste im Raum
  • fehlende Tiefe und Struktur

Gutes Küchenlicht arbeitet mit Ebenen. Direktes Licht dort, wo Präzision nötig ist. Indirektes Licht dort, wo Ruhe entstehen soll.

02Arbeitslicht ohne räumliches Verständnis

Arbeitslicht wird häufig rein technisch gedacht. Helle Spots, hohe Lichtstärken, möglichst gleichmäßig.

Das Problem: Küchen sind keine Labore. Licht trifft auf Menschen, auf Körper, auf Blickachsen.

Häufige Fehler:

  • Spots direkt über Kopfhöhe
  • Licht, das blendet statt Flächen auszuleuchten
  • harte Lichtkegel auf glänzenden Materialien

Professionelle Lichtplanung richtet Arbeitslicht nicht nur nach Normen aus, sondern nach Wahrnehmung und Bewegung im Raum.

Präzision im Licht entsteht durch Zurückhaltung, nicht durch Stärke.

03Blendung wird als Nebensache behandelt

Blendung zerstört Raumqualität sofort. Und doch wird sie in Küchen immer wieder ignoriert.

Hochwertige Materialien verstärken das Problem. Stein, Glas, Metall und Lack reflektieren Licht gnadenlos, wenn Abstrahlwinkel und Position nicht stimmen.

Besonders kritisch ist das:

  • in offenen Wohnküchen
  • in sichtbaren Restaurantküchen
  • in Hotelprojekten mit direktem Gästeblick

Blendfreiheit ist kein Komfortmerkmal. Sie ist Voraussetzung für visuelle Ruhe.

04Licht kommt zu spät in die Planung

Wird Licht erst berücksichtigt, wenn Küche und Architektur bereits feststehen, bleiben nur Kompromisse.

Typische Konsequenzen:

  • fehlende Einbauhöhen
  • sichtbare Leuchten, wo sie nicht gewollt sind
  • gestrichenes indirektes Licht wegen fehlender Details

Hochwertige Projekte denken Licht von Anfang an mit. In Decken, Möbeln, Übergängen und Raumkanten.

05Die Lichtfarbe passt nicht zum Material

Lichtfarbe wird häufig pauschal gewählt. Warm oder neutral, je nach Geschmack. Doch Materialien reagieren sehr unterschiedlich auf Licht.

Was oft schiefläuft:

  • Holz wirkt grau oder flach
  • Naturstein verliert Tiefe
  • Lebensmittel sehen unnatürlich aus

In hochwertigen Küchen ist Lichtfarbe kein Stilmittel, sondern ein präzises Werkzeug.

Materialien erzählen nur dann ihre Geschichte, wenn das Licht sie richtig liest.

06Keine Szenen, keine Übergänge

Viele Küchen kennen nur zwei Zustände. An oder aus. Hell oder dunkel.

Was fehlt, ist die Anpassung an den Tagesverlauf und an unterschiedliche Nutzungen.

Ohne Lichtstimmungen entsteht:

  • unnötige Unruhe am Abend
  • fehlende Flexibilität im Alltag
  • eine Küche, die sich nie richtig anfühlt

Gute Küchenbeleuchtung verändert sich. Unaufdringlich, selbstverständlich, situationsabhängig.

 
 

Wie man es besser macht

Hochwertige Küchenbeleuchtung entsteht nicht durch mehr Technik, sondern durch präzisere Planung. Entscheidend ist, dass Licht von Anfang an als Teil des Raums verstanden wird – nicht als spätere Ergänzung. Gute Küchenbeleuchtung folgt klaren Prinzipien, die sich unabhängig vom Projekt immer wieder bewähren.

Entscheidend sind vor allem:

  • Klare Lichtzonen statt Gleichmäßigkeit
    Arbeitsflächen, Verkehrsbereiche und Übergänge zum Wohnraum benötigen unterschiedliche Lichtqualitäten. Zonen schaffen Orientierung, Tiefe und eine ruhige Raumwirkung.

  • Blendfreie, gut positionierte Lichtquellen
    Licht soll Flächen ausleuchten, nicht blenden. Sichtbare Lichtquellen, falsche Abstrahlwinkel oder harte Kontraste erzeugen Unruhe und mindern die Qualität des Raums.

  • Abgestimmte Lichtfarben und Helligkeiten
    Materialien reagieren sensibel auf Licht. Holz, Stein und Oberflächen wirken nur dann hochwertig, wenn Lichtfarbe und Intensität bewusst gewählt sind.

  • Integration in Architektur und Möblierung
    Licht funktioniert am besten, wenn es nicht auffällt. In hochwertigen Küchen ist es in Decken, Möbel und Raumkanten integriert – nicht dekorativ, sondern selbstverständlich.

  • Flexible Szenen für unterschiedliche Nutzungen
    Kochen, Arbeiten, Zusammensitzen oder Reinigen verlangen unterschiedliche Stimmungen. Lichtstimmungen ermöglichen fließende Übergänge im Tagesverlauf.

Ob private Luxusküche, Büroprojekt oder offene Restaurantküche:
Die Prinzipien bleiben gleich – nur der Ausdruck verändert sich.

EISENBAHNSTRASSE_Kueche

Privatprojekt - Eisenbahnstrasse: Designed by Studio De Schutter

 

Studio De Schutter entwickelt Küchenlicht

Unsere Lichtkonzepte orientieren sich an Nutzung, Materialität und Wahrnehmung. Sie schaffen Klarheit bei der Arbeit und Ruhe im Raum. Und sie funktionieren dort, wo Küchen sichtbar werden. Im privaten Wohnen ebenso wie im professionellen Kontext.

Lichtplanung bei Studio De Schutter beginnt nicht mit Produkten.
Jeder Raum wird als eigener Kontext verstanden, nicht als wiederholbares Schema – besonders in der Küche.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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