Casambi programmieren: 6 Schritte für eine durchdachte Lichtsteuerung

Lichtsteuerung klingt oft technischer, als sie tatsächlich ist.

App öffnen. Leuchten verbinden. Szenen speichern.

Fertig.

Zumindest wirkt es auf den ersten Blick so.

In der Praxis beginnt die eigentliche Arbeit jedoch erst danach.

Denn eine gute Casambi Programmierung bedeutet nicht, möglichst viele Funktionen zu aktivieren. Sie bedeutet, Licht so zu organisieren, dass Nutzung, Architektur und spätere Veränderungen zusammenpassen.

Gerade deshalb wird Casambi heute in immer mehr Projekten eingesetzt.

Bestandsgebäude. Gastronomie. Hotels. Büros. Flexible Arbeitswelten.

Vor allem dort, wo klassische Verkabelung schwierig wird oder Projekte anpassbar bleiben sollen.

Gute Lichtsteuerung entsteht nicht beim Verbinden von Leuchten.
Sie entsteht beim Verstehen der Nutzung.

studio de schutter soundcloud caf frontview

Schritt 1: Nutzung zuerst definieren

Die häufigste Fehlentscheidung passiert ganz am Anfang.

Viele Projekte starten mit Technik.

Wir empfehlen das Gegenteil.

Erst die Nutzung.

Fragen können sein:

  • Wie verändert sich der Raum über den Tag?

  • Welche Zonen brauchen unterschiedliche Lichtniveaus?

  • Gibt es wechselnde Nutzungen?

  • Wo wird gearbeitet?

  • Wo wird kommuniziert?

  • Welche Bereiche sollen unabhängig voneinander steuerbar bleiben?

Erst danach sollte die eigentliche Casambi Programmierung beginnen.

Denn Lichtgruppen entstehen nicht aus Leuchten.

Sie entstehen aus Verhalten.

 

Schritt 2: Leuchten logisch gruppieren

Nicht jede Leuchte braucht ihre eigene Steuerung.

Und nicht jede Gruppe sollte möglichst groß werden.

Eine gute Casambi Struktur arbeitet oft mit Ebenen:

Ebene 1

Funktionsbereiche

Zum Beispiel:

  • Empfang

  • Arbeitsplatz

  • Besprechung

  • Lounge

  • Wegeführung

Ebene 2

Lichtfunktionen

Zum Beispiel:

  • Grundlicht

  • Akzentlicht

  • Pendelleuchten

  • Wandlicht

 

Schritt 3: Szenen nicht überladen

Casambi kann sehr viel.

Das bedeutet aber nicht, dass alles genutzt werden sollte.

Wir sehen oft Projekte mit:

12 Szenen
15 Gruppen
8 Sondermodi

Am Ende verwendet der Nutzer zwei.

Eine gute Regel lautet:

Lieber wenige Szenen.
Dafür klar verständlich.

Beispiel Gastronomie:

  • Tagesbetrieb

  • Abendbetrieb

  • Reinigung

  • Event

Mehr wird häufig nicht benötigt.

Die Steuerung bleibt einfach.

Die Nutzung bleibt intuitiv.

 

Schritt 4: Sensoren bewusst einsetzen

Sensoren wirken oft wie reine Technik.

Sind sie aber nicht.

Sie beeinflussen direkt die Nutzung.

Mögliche Anwendungen:

  • Präsenzsteuerung

  • Tageslichtregelung

  • Zeitprogramme

  • Automatische Dimmung

  • Energieoptimierung

Wichtig ist dabei:

Nicht jeder Raum braucht maximale Automation.

Manchmal ist ein manueller Eingriff sinnvoller.

Zu viel Automatisierung kann auch Kontrolle wegnehmen.

Die beste Lösung liegt oft dazwischen.

 

Schritt 5: Flexibilität für spätere Änderungen einplanen

Hier zeigt Casambi seine eigentliche Stärke.

Viele Gebäude verändern sich.

Arbeitsplätze wandern.
Nutzungen wechseln.
Mieter ändern Anforderungen.

Wenn die Programmierung sauber aufgebaut wurde, lassen sich Gruppen und Szenen später oft deutlich einfacher anpassen.

Gerade im Bestand ist das ein großer Vorteil.

Die Lichtplanung bleibt beweglich.

Und genau darin liegt oft die nachhaltigere Lösung.

Nicht alles neu bauen.

Sondern weiterentwickeln.

 

Schritt 6: Dokumentation nicht vergessen

Der unscheinbarste Schritt.

Und oft der wichtigste.

Eine gute Casambi Programmierung endet nicht mit der letzten Szene.

Sie endet mit Dokumentation.

Dazu gehören:

  • Gruppenstruktur

  • Szenenübersicht

  • Sensorlogik

  • Zeitprogramme

  • Benennung aller Komponenten

  • Änderungsstände

Ohne diese Informationen wird jede spätere Anpassung schwieriger.

Mit ihnen bleibt das Projekt lesbar.

Auch Jahre später.

 
Fehler Folge
Gruppen nach Leuchten statt Nutzung Die Steuerung wirkt technisch, aber nicht intuitiv.
Zu viele Szenen Nutzer verlieren den Überblick und verwenden nur einen Bruchteil.
Keine Dokumentation Spätere Anpassungen werden unnötig aufwendig.
Zu starke Automation Der Raum reagiert, aber der Nutzer verliert Kontrolle.
Fehlende Reserven Neue Nutzungen lassen sich schwer integrieren.
Keine klare Logik Das System wird mit jeder Änderung komplexer.
 

Warum Studio De Schutter Casambi anders betrachtet

Für uns beginnt Casambi nicht bei Bluetooth.

Und auch nicht bei der App.

Es beginnt bei der Frage:

Wie wird der Raum genutzt?

Erst danach folgen Gruppen.
Szenen.
Sensoren.
Steuerung.

Wir betrachten Casambi als Teil eines Lichtkonzepts.

Nicht als Technikschicht, die später ergänzt wird.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
Previous
Previous

Licht und Gesundheit: Warum Beleuchtung unser Wohlbefinden beeinflusst

Next
Next

Ausstellungsbeleuchtung: Planung, Technik und Gestaltung für Ausstellungen