Tageslicht Büro: Wie natürliche Lichtführung Arbeitsräume verändert

Tageslicht ist eine der stärksten, aber zugleich sensibelsten Ressourcen im Büro. Es wirkt leise, fast beiläufig, und prägt dennoch entscheidend, wie wir Räume wahrnehmen, wie lange wir konzentriert bleiben und wie wohl wir uns fühlen. Ein Büro mit gut geführtem Tageslicht erklärt sich nicht. Man spürt es. Räume wirken offener, klarer, ruhiger. Arbeit fühlt sich weniger anstrengend an, Zeit vergeht anders.

 
E.G. I AM ONO - Daylight, Office

Designed by Studio de Schutter: Am Lokdepot Office, from IAM ONO.

Tageslicht als Grundlage von Raum und Atmosphäre

Natürliches Licht ist kein dekoratives Element. Es ist eine räumliche Kraft. Es modelliert Volumen, macht Proportionen lesbar und gibt Orientierung. Wo Tageslicht gut eingesetzt ist, entsteht eine Selbstverständlichkeit im Raum. Man findet sich intuitiv zurecht. Blickachsen sind klar und übergänge zwischen Zonen wirken logisch und nicht konstruiert.

Ein Büro fühlt sich nicht grell an und nicht dunkel. Es fühlt sich ausgewogen an. Die Architektur tritt nicht in Konkurrenz zum Licht, sondern wird durch es lesbar gemacht. Licht wird Teil der Raumidee, nicht deren Korrektur.

Dabei erfüllt Tageslicht mehrere räumliche Funktionen gleichzeitig:

• Es verstärkt die Wahrnehmung von Raumtiefe und Volumen
• Es unterstützt Orientierung und intuitive Wegeführung
• Es verbindet Innenräume visuell mit ihrer Umgebung
• Es gliedert Zonen ohne bauliche Trennung
• Es schafft Ruhe durch gleichmäßige Helligkeitsverteilung

So wird Tageslicht zum stillen Ordnungsprinzip im Raum. Nicht als kurzfristiger Effekt oder visuelles Statement, sondern als tragende Grundlage für Atmosphäre, räumliche Klarheit und architektonische Lesbarkeit. Es ordnet, verbindet und beruhigt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und schafft Räume, die intuitiv verständlich sind und sich dauerhaft richtig anfühlen.

„Tageslicht gestaltet Räume, bevor sie möbliert werden. Es gibt Architektur ihre Lesbarkeit und Menschen ein Gefühl von Orientierung und Ruhe.“

 

Tageslicht und künstliches Licht im Dialog

Kein Arbeitsraum funktioniert ausschließlich mit natürlichem Licht. Entscheidend ist nicht das Entweder-oder, sondern das Zusammenspiel. Künstliches Licht übernimmt dort, wo das Tageslicht schwächer wird, sich verändert oder zeitweise nicht ausreicht. Es stabilisiert die Lichtstimmung, gleicht Kontraste aus und sorgt dafür, dass Räume über den gesamten Tag hinweg nutzbar bleiben.

Im Idealfall ist dieser Übergang kaum wahrnehmbar. Lichtverhältnisse verändern sich sanft, ohne harte Brüche oder abrupte Stimmungswechsel. Die Wahrnehmung bleibt ruhig, die Augen entspannt. Räume fühlen sich konsistent an, auch wenn sich die Lichtquelle im Hintergrund verschiebt.

Ein gutes Zusammenspiel unterstützt den natürlichen Tagesverlauf, statt ihn zu neutralisieren. Morgens ergänzt künstliches Licht das vorhandene Tageslicht behutsam. Am Nachmittag übernimmt es stabilisierend. Am Abend schafft es Orientierung und Atmosphäre, ohne den Raum künstlich oder überbeleuchtet wirken zu lassen. So behalten Arbeitsräume ihre Qualität unabhängig von Uhrzeit und Jahreszeit.

Besonders wichtig ist dabei die Abstimmung von Lichtfarben, Helligkeiten und Verteilungen. Künstliches Licht darf nicht konkurrieren, sondern begleiten. Es reagiert auf das vorhandene Licht, verstärkt es oder gleicht es aus, je nach Situation. Erst in dieser Balance entsteht ein Lichtkonzept, das nicht auffällt, sondern wirkt.

„Gutes Licht fällt nicht auf. Es begleitet den Raum durch den Tag, gleicht Veränderungen aus und lässt Wahrnehmung ruhig und selbstverständlich bleiben.“

 

Wenn Tageslicht zur Planungsgrundlage wird

Kein Arbeitsraum funktioniert ausschließlich mit natürlichem Licht. Entscheidend ist der Übergang. Genau hier beginnt die eigentliche Qualität von Lichtplanung. Künstliches Licht übernimmt dort, wo Tageslicht schwächer wird, sich im Tagesverlauf verändert oder in tieferen Raumzonen nicht mehr ausreichend vorhanden ist. Es stabilisiert die Lichtstimmung und sorgt für Kontinuität, ohne den Charakter des Raumes zu verändern oder sich in den Vordergrund zu drängen.

An diesem Beispiel wird deutlich, wie sensibel dieser Dialog gestaltet sein muss. Unterschiedliche Nutzungszonen, wechselnde Tageszeiten und eine hohe Aufenthaltsdauer erfordern ein Lichtkonzept, das nicht nur reagiert, sondern vorausdenkt. Tageslicht bildet die Grundlage der Raumwahrnehmung. Künstliches Licht ergänzt es dort, wo es notwendig ist – ruhig, präzise und zurückhaltend.

Was dabei besonders wichtig ist:

• klare Übergänge ohne harte Brüche
• gleichmäßige Helligkeitsverläufe über den Tag
• ruhige Lichtverteilung in Aufenthalts und Arbeitszonen
• Stabilität der Lichtstimmung trotz wechselnder Nutzung

Im Idealfall bleibt der Wechsel zwischen den Lichtquellen nahezu unbemerkt. Keine plötzlichen Stimmungswechsel, kein sichtbares Umschalten. Stattdessen entstehen fließende Übergänge, die den natürlichen Tagesrhythmus unterstützen:

• morgens unterstützt künstliches Licht das vorhandene Tageslicht dezent
• mittags wirkt es ausgleichend und stabilisierend
• abends übernimmt es orientierend und atmosphärisch

So behalten Räume ihre Klarheit, unabhängig von Uhrzeit oder Jahreszeit. Licht wird nicht als technisches Mittel verstanden, sondern als atmosphärischer Rahmen, der Nutzung ermöglicht und unterstützt. Visuelle Unruhe wird vermieden, die Wahrnehmung entlastet.

Gerade bei komplexeren Projekten zeigen Tageslichtstudien, wie entscheidend diese Abstimmung ist. Sie machen sichtbar,

• wie sich natürliches Licht im Raum verteilt
• welche Zonen dauerhaft gut versorgt sind
• wo künstliches Licht gezielt ergänzen sollte
• wie sich Lichtstimmungen über den Tag verändern

Nicht als Ersatz für Tageslicht, sondern als Dialogpartner. So entstehen Lichtkonzepte, die langfristig funktionieren und nicht an einen einzelnen Moment oder eine bestimmte Stimmung gebunden sind.

„Tageslichtstudien machen sichtbar, was gute Räume auszeichnet: fließende Übergänge, stabile Lichtstimmungen und ein Zusammenspiel, das den Menschen unterstützt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.“

 

Why Working with Studio De Schutter Makes the Difference

Gut geplantes Tageslicht im Büro entsteht nicht zufällig. Es ist das Ergebnis von Erfahrung, Sensibilität und präziser Planung. Studio De Schutter versteht Tageslicht nicht als Randthema, sondern als zentrales Gestaltungselement. Wir denken Licht immer im Zusammenhang mit Raum, Nutzung und Atmosphäre.

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Als Lichtplaner entwickeln wir Konzepte, die Arbeitsräume nicht nur funktional machen, sondern spürbar besser. Weil Licht nicht einfach vorhanden sein sollte. Sondern wirken darf.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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