Tageslichtplanung – evidenzbasierte Gestaltung mit natürlichem Licht
Tageslicht ist mehr als ein passiver Umweltfaktor. Es strukturiert Räume, beeinflusst Wahrnehmung und Wohlbefinden und spielt eine entscheidende Rolle für die energetische Performance sowie für Genehmigungsprozesse. Als Teil unseres ganzheitlichen Lichtansatzes bietet Studio De Schutter umfassende Tageslichtplanung ergänzend zur architektonischen Lichtgestaltung – von frühen Konzeptphasen bis hin zu Bauantrags- und Genehmigungsverfahren.
Was ist Tageslichtplanung?
Tageslichtplanung ist die systematische Analyse und Gestaltung von natürlichem Licht in Gebäuden und ihrem räumlichen Umfeld. Sie verbindet räumliche Gestaltung, bauphysikalische Grundlagen und regulatorische Anforderungen, um Tageslicht effektiv, komfortabel und normgerecht einzusetzen.
Zentrale Ziele sind visueller Komfort, räumliche Klarheit, eine Reduzierung des Bedarfs an künstlicher Beleuchtung sowie eine belastbare Nachweisführung für Genehmigungs- und Freigabeprozesse.
Zentrale Prinzipien der Tageslichtplanung
Verstehen, wie Tageslicht in Abhängigkeit von Orientierung, Baukörper und Fassadengestaltung in ein Gebäude gelangt
Analyse des Sonnenverlaufs über den Tag hinweg sowie über unterschiedliche Jahreszeiten
Bewertung von Raumtiefe, Fensterproportionen und Oberflächenreflexionen
Identifikation von Bereichen mit unzureichender Tageslichtversorgung, potenzieller Blendung oder Überbelichtung
Tageslicht- und Genehmigungsstudien
Unsere Tageslichtleistungen sind eng auf die Anforderungen von Planungsbehörden und Genehmigungsverfahren abgestimmt. Die Studien werden projektphasenspezifisch entwickelt und berücksichtigen die jeweilige Gebäudetypologie sowie den geltenden regulatorischen Rahmen.
Tageslichtstudien für Bauanträge weisen die Einhaltung relevanter Normen und planungsrechtlicher Vorgaben nach. Sonnenstands- und Besonnungsanalysen bewerten die Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Umgebung und adressieren mögliche Konflikte mit Nachbargrundstücken. Verschattungs- und Überschattungsstudien untersuchen sowohl Eigenverschattung als auch externe Verschattungseffekte über definierte Zeiträume.
Tageslichtfaktor-Berechnungen liefern eine quantitative Aussage darüber, wie viel natürliches Licht unter standardisierten Bedingungen in Innenräume gelangt, und schaffen damit eine klare und vergleichbare Grundlage für Bewertung und Entscheidungsfindung.
Für Bestandsgebäude unterstützen Tageslichtbewertungen Umnutzungs- und Revitalisierungsprojekte, indem sie sicherstellen, dass neue Raumkonfigurationen trotz bestehender baulicher Rahmenbedingungen den heutigen Anforderungen an Tageslicht entsprechen. Alle Ergebnisse werden in fachlich fundierten Gutachten zusammengeführt, die klar strukturiert, transparent aufgebaut und für die Einreichung bei Behörden geeignet sind.
Fallstudie: Impact Hub Berlin im CRCLR House – Tageslicht, Lichtplanung & zirkuläres Design
Der Impact Hub Berlin im CRCLR House ist ein Projekt, in dem Nachhaltigkeit, Zirkularität und technische Lichtplanung zusammenkommen, um eine zukunftsfähige Arbeitsumgebung zu schaffen. Es zeigt exemplarisch, wie Tageslicht und künstliches Licht in einem komplexen Umnutzungsprojekt sinnvoll miteinander integriert werden können.
Kontext & Vision
Das CRCLR House befindet sich in einer ehemaligen Lagerhalle auf dem historischen Gelände der Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln. Es ist als gemeinschaftsorientierter Coworking- und Innovationsort konzipiert, der Start-ups und Unternehmen aus den Bereichen Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Technologien und sozialer Impact zusammenbringt. Die Architektur bewahrt den industriellen Charakter des Bestands und ergänzt ihn durch neue Holzgallerien sowie flexible Raumzonen für Coworking, Teamflächen, Besprechungsräume, Loungebereiche und ein öffentliches Café.
Tageslichtanalyse und Regelungsstrategie
Die Tageslichtplanung war keine isolierte Untersuchung, sondern Teil eines regelungsbewussten Entwurfsprozesses, der sowohl die räumliche Organisation als auch die Lichtsteuerung maßgeblich beeinflusste.
Tageslichtstudien erfassten die natürliche Lichtdurchdringung innerhalb der großflächigen offenen Bereiche ebenso wie in tiefer liegenden Innenzonen des Gebäudes.
In Bereichen mit unzureichender Tageslichtversorgung wurde künstliches Licht gezielt ergänzend eingesetzt.
Die Ergebnisse der Tageslichtsimulationen dienten dazu, Leuchten zu sinnvollen Steuerungszonen zusammenzufassen und mit automatischen Zeitprogrammen sowie tageslichtabhängiger Schaltlogik auszustatten. Dadurch konnten Energiebedarf reduziert und der visuelle Komfort erhöht werden.
Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Beleuchtungssysteme auf die tatsächliche Verfügbarkeit von Tageslicht reagieren und nicht auf starre Zeitpläne, was zu messbaren Energieeinsparungen und einer deutlich anpassungsfähigeren räumlichen Nutzung führt.
Wie Tageslichtstudien entwickelt werden
Tageslichtstudien bei Studio De Schutter folgen einem strukturierten, methodischen Workflow, der architektonisches Verständnis mit simulationsbasierter Analyse verbindet. Ziel ist es, räumliche Entwurfsideen in messbare Tageslichtperformance zu übersetzen und dabei eng an regulatorischen Anforderungen sowie realen Nutzungsszenarien auszurichten.
Zu Beginn wird das Gebäude sorgfältig in seinem Kontext gelesen. Dazu zählen die Analyse des städtebaulichen Umfelds, benachbarter Bebauung, Straßenräume und Freiflächen sowie die Ausrichtung, Kubatur und vorgesehene Nutzung des Projekts. Dieses Kontextverständnis bildet die Grundlage der Studie und stellt sicher, dass Tageslicht als Teil des architektonischen und urbanen Gesamtgefüges betrachtet wird – nicht als isolierter technischer Parameter.
Zentrale Schritte unseres Tageslicht-Workflows sind:
Analyse von Orientierung, Grundstücksbedingungen und umgebender Bebauung
Bewertung von Fassadenöffnungen, Fensterproportionen und Verglasungsstrategien
Untersuchung von Raumtiefe, Deckenhöhen und räumlicher Organisation
Definition relevanter Nutzungsszenarien, etwa für Arbeitsbereiche, Erschließungszonen oder Gemeinschaftsflächen
Auf Basis dieser Parameter wird ein detailliertes digitales Modell erstellt, das sowohl die Geometrie des Gebäudes als auch die für den Tageslichteintrag relevanten Einflussfaktoren präzise abbildet. Dieses Modell ermöglicht es, unterschiedliche Entwurfsannahmen verlässlich und transparent zu testen und miteinander zu vergleichen, bevor wesentliche Entscheidungen festgelegt werden.
Anhand dieser Modelle wird die Tageslichtperformance zu verschiedenen Tageszeiten und über das gesamte Jahr hinweg simuliert.
Die Ergebnisse der Simulationen werden genutzt, um:
Bereiche mit unzureichender Tageslichtversorgung zu identifizieren
Zonen mit potenzieller Blendung oder Überbelichtung zu erkennen
Das Verhältnis zwischen Tageslichtverfügbarkeit und visuellem Komfort zu bewerten
Alternative Entwurfs- und Fassadenvarianten miteinander zu vergleichen
Das Ergebnis dieses Prozesses ist nicht nur ein belastbarer Nachweis der Regelkonformität, sondern vor allem fundierte Entwurfsentscheidungen. Tageslichtstudien werden so zu einem strategischen Planungsinstrument, das komplexe Projekte strukturiert, Genehmigungsprozesse unterstützt und sicherstellt, dass räumliche Qualität, Komfort und Performance von Beginn an miteinander in Einklang stehen.
Warum die Zusammenarbeit mit Studio De Schutter den Unterschied macht
Viele tageslichtbezogene Probleme müssten gar nicht erst entstehen. Sie sind selten auf fehlende Technologie oder begrenzte Budgets zurückzuführen, sondern vielmehr auf Planungsprozesse, die zu spät ansetzen oder Tageslicht lediglich als technische Pflichtanforderung behandeln. Um solche Probleme zu vermeiden, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz und eine frühe Integration von Tageslicht in den Entwurfsprozess.
Bei Studio De Schutter wird Tageslicht niemals als nachgelagerte Ebene oder als rein regulatorischer Zusatz betrachtet. Tageslichtstudien werden von Beginn an als integraler Bestandteil des räumlichen Konzepts entwickelt. Wir starten mit einer tiefgehenden Analyse des Gebäudes – seiner Architektur, seines Kontexts, seiner Nutzer und seiner täglichen Rhythmen. Erst wenn diese Ebenen vollständig verstanden sind, kommen analytische Modelle und Simulationen zum Einsatz.
Durch die Kombination aus architektonischer Analyse, simulationsbasierter Auswertung und regulatorischer Expertise helfen wir, kostenintensive Überarbeitungen, späte Kompromisse und räumliche Defizite zu vermeiden. Das Ergebnis ist Tageslicht, das sich selbstverständlich und mühelos anfühlt – und zugleich technisch fundiert sowie genehmigungsfähig ist.
Gute Tageslichtplanung konkurriert nicht mit Architektur. Sie vollendet sie.
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