Häufige Beleuchtungsprobleme: Warum Räume trotz guter Absichten scheitern

Beleuchtungsprobleme entstehen fast nie durch schlechte Technik oder minderwertige Produkte. Sie beginnen viel früher – bei der Art und Weise, wie Licht verstanden wird oder eben nicht verstanden wird. Allzu oft wird Licht vergessen oder erst ganz am Ende mitgedacht, oder es wird auf Zahlen reduziert, auf Lichtberechnungen, die kaum jemand wirklich versteht. Im Budget? Effizient genug? Rechtzeitig installiert? Das sind häufig die einzigen Kriterien, bevor die Beleuchtung umgesetzt wird. Und dennoch fühlen sich viele Räume unbehaglich an oder verlieren ihre Anziehungskraft, sobald das Licht eingeschaltet wird.

Aus der Perspektive der Lichtgestaltung folgen diese häufigen Beleuchtungsprobleme einem klaren Muster. Sie entstehen, wenn Licht als Zubehör behandelt wird statt als räumliche Sprache. Wenn Effizienz die Wahrnehmung überlagert. Das Ergebnis ist eine Beleuchtung, die technisch funktioniert, aber im Erleben scheitert.

 
 

Checkliste: Häufige Beleuchtungsprobleme ✓

Wenn du die folgenden Punkte für deinen Raum mit gutem Gewissen abhaken kannst, hast du die häufigsten und wirkungsvollsten Fehler in der Lichtgestaltung bereits vermieden. Diese Checkliste geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein. Jeder Punkt steht für eine typische Schwachstelle in der Lichtplanung, die – once adressiert – den visuellen Komfort, die räumliche Klarheit und die Gesamtatmosphäre deutlich verbessert.

01Falsche Farbtemperatur

Die Farbtemperatur wird oft aus Gewohnheit gewählt statt aus einer bewussten gestalterischen Entscheidung heraus. Passt die Lichtfarbe nicht zur Nutzung des Raumes, wirkt das Ergebnis schnell unverbunden und unbehaglich. Kühles Licht kann Wohn- und Hospitality-Räume ihrer Wärme berauben, während zu warmes Licht in Arbeitsumgebungen Klarheit und Konzentration untergräbt.

Eine einheitliche Farbtemperatur über ein gesamtes Projekt hinweg ignoriert das Zusammenspiel von Architektur, Materialien und menschlicher Wahrnehmung. Tageslicht verändert sich im Laufe des Tages, Materialien reagieren unterschiedlich auf Lichtfarben, und Räume wechseln ihre Funktion von Morgen zu Abend. Werden diese Faktoren nicht berücksichtigt, nivelliert Licht den Raum, statt ihn zu unterstützen.

Lichtfarbe muss sich beziehen auf:

  • Funktion des Raumes
  • Materialien und Oberflächen
  • Natürliches Tageslicht
  • Geschichte des Gebäudes

02Zu viel Licht

Überbeleuchtung gehört zu den hartnäckigsten Beleuchtungsproblemen über alle Typologien hinweg. Büros, Hotels, Wohnräume und Kulturbauten leiden häufig unter gleichmäßiger, übermäßiger Helligkeit.

Zu viel Licht flacht Architektur ab und lässt dem Auge keine Ruhe. Statt Klarheit entsteht Unruhe. Statt Orientierung entsteht visuelles Rauschen. Dunkelheit ist kein Mangel, sondern ein notwendiges Gegenüber zum Licht.

Zentrale Erinnerungen:

  • Mehr Licht bedeutet nicht mehr Qualität
  • Kontrast gibt Licht Struktur und Atmosphäre

03Blendung und visueller Stress

Blendung ist eines der am meisten unterschätzten Beleuchtungsprobleme, weil sie selten vor der Installation wirklich mitgedacht wird. Häufig wird sie auf eine Zahl im Datenblatt reduziert und dabei übersehen, wie sie sich im realen Betrieb anfühlt. Sie ist ein visueller Störfaktor, den viele täglich erleben: durch frei sichtbare Lichtquellen, schlecht positionierte oder falsch ausgerichtete Leuchten, oder zu hohe Kontrastverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund. Auch unkontrollierte Reflexionen erzeugen permanenten visuellen Stress.

Bereits geringe Blendung reduziert Komfort, Konzentration und räumliche Qualität. Blendfreie Beleuchtung ist eine grundlegende Voraussetzung für ein funktionierendes Lichtkonzept.

Licht wird oft erst dann wahrgenommen, wenn es schlecht ist. Und genau das gilt für Blendung.

 
 
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Impact Hub Berlin

Eine Studie über ruhige, blendfreie Beleuchtung und visuellen Komfort

Im Impact Hub Berlin wird visueller Komfort nicht als Luxus verstanden, sondern als grundlegende gestalterische Verantwortung. Als Ort für Veranstaltungen, Austausch, Zusammenarbeit und längere Aufenthalte muss die Beleuchtung Menschen über viele Stunden hinweg unterstützen, ohne visuellen Stress zu erzeugen. Das Projekt zeigt, wie Blendungsreduktion, Materialsensibilität und die Integration von Tageslicht eine komplexe Event- und Co-Working-Umgebung in ein ruhiges und gut lesbares Raumerlebnis verwandeln können.

Statt Architektur oder Nutzung zu dominieren, setzt das Lichtkonzept bewusst auf Zurückhaltung. Licht wird gezielt positioniert, um Orientierung, Interaktion und Präsenz zu unterstützen – ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen.

Wie Studio De Schutter gezielt gegen Blendung und visuellen Stress geplant hat:

  • Tiefgehende Integration von Tageslichtstudien, um künstliches Licht dort zu reduzieren, wo natürliches Licht ausreicht
  • Klare Trennung von direktem und indirektem Licht zur Vermeidung harter Kontraste
  • Entwicklung semi-individueller Leuchten mit Fokus auf niedrige Blendwerte
  • Einsatz diffuser Lichtquellen statt frei sichtbarer LEDs
  • Textilummantelte lineare Leuchten zur Milderung von Helligkeit und Kontrolle des UGR-Werts
  • Umfangreiche Mock-ups und Tests vor Ort zur Feinabstimmung der Lichtverteilung
  • Sorgfältige Positionierung der Leuchten, um direkte Blickbeziehungen zu Lichtquellen zu vermeiden
  • Beleuchtung, die langfristigen visuellen Komfort in Eventflächen, Besprechungszonen und gemeinschaftlichen Bereichen gewährleistet

Das Ergebnis ist ein Lichtkonzept, das bewusst im Hintergrund bleibt. Licht ist dort präsent, wo es benötigt wird, zurückgenommen dort, wo es ablenken würde, und abgestimmt auf den Rhythmus wechselnder Nutzungen über den Tag und Abend hinweg. Statt mit Architektur oder Aktivität zu konkurrieren, unterstützt es beides leise und verlässlich.

Durch die Reduktion von Blendung und visuellem Rauschen ermöglicht die Beleuchtung ein freies Sehen, natürliche Bewegung und anhaltende Konzentration über längere Zeiträume. Die Augen müssen sich nicht ständig anpassen, ausweichen oder kompensieren. Dieses Gefühl von Leichtigkeit wird oft wahrgenommen, bevor es bewusst benannt werden kann. Das Projekt zeigt, dass wahre Qualität in der Lichtgestaltung nicht im Spektakel liegt, sondern in Komfort, Klarheit und dem Respekt vor menschlicher Wahrnehmung.

 
 

Warum mit Studio De Schutter arbeiten

Die meisten Beleuchtungsprobleme sind vermeidbar. Nicht durch mehr Technik, größere Budgets oder trendgetriebene Produkte, sondern durch besseres Denken. Genau hier setzt Studio De Schutter an.

Unser Ansatz in der Lichtgestaltung beginnt lange bevor Leuchten ausgewählt werden. Wir verstehen Licht nicht als Add-on oder letzte Schicht, sondern als integralen Bestandteil der räumlichen Identität. Jedes Projekt startet mit dem Verständnis für den Raum, seine Nutzer, seinen Rhythmus und seine emotionale Intention. Erst dann nimmt Licht Gestalt an.

Was Studio De Schutter auszeichnet, ist die Balance zwischen Präzision und Wahrnehmung. Wir verbinden technische Klarheit mit atmosphärischer Tiefe. Wir gestalten Licht, das zuverlässig funktioniert, gut altert und flexibel bleibt, ohne dabei seine emotionale Wirkung zu verlieren. Licht soll Menschen unterstützen, nicht überfordern. Es soll führen, nicht dominieren.

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Wir arbeiten in den Bereichen Hospitality, Workplace, Wohnen und Kultur – immer mit derselben Haltung: Licht muss zur Architektur gehören. Es muss Materialien, Proportionen und Tageslicht respektieren. Es muss Hierarchie, Komfort und Bedeutung schaffen. Und es muss auch Jahre später noch einwandfrei funktionieren.

Studio De Schutter zu wählen bedeutet, sich für einen Partner zu entscheiden, der Standards hinterfragt, generische Antworten vermeidet und Licht gestaltet, das sich selbstverständlich anfühlt – als hätte es nie anders sein können.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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