Lichtkonzept Büro: Produktivität und Wohlbefinden gezielt steigern

Man betritt ein Büro.

Noch bevor der erste Gedanke bewusst formuliert wird, entscheidet etwas anderes über den Eindruck: das Licht.

Es ist dieses erste, kaum greifbare Gefühl.
Noch bevor Möbel, Farben oder Materialien bewusst wahrgenommen werden, reagiert der Körper bereits. Auf Helligkeit. Auf Kontraste. Auf Richtung.

Ist es zu hart, wirkt der Raum sofort anstrengend.
Ist es zu flach, fehlt jede Orientierung.
Ist es zu dunkel, sinkt die Energie.
Ist es zu unruhig, entsteht unterschwelliger Stress.

Und genau hier beginnt die eigentliche Qualität eines durchdachten Lichtkonzepts.

Denn Licht entscheidet nicht nur darüber, wie ein Raum aussieht.
Es entscheidet darüber, wie er sich anfühlt. Wie lange man sich konzentrieren kann. Wie klar man denkt.

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Pictures: Full Node Office designed by Studio de Schutter

 
 
 

Warum Bürolicht mehr ist als Helligkeit

Aus Nutzersicht ist es erstaunlich simpel:
Man möchte sich konzentrieren können.
Man möchte nicht müde werden.
Und man möchte sich im Raum intuitiv wohlfühlen.

Man möchte nicht darüber nachdenken müssen, ob das Licht „gut“ ist.
Man merkt es nur dann, wenn es nicht passt.

Was dabei oft unterschätzt wird, ist die Psychologie von Licht.

Unser Gehirn reagiert permanent auf:

  • Helligkeit

  • Kontraste

  • Lichtfarbe

  • Richtung des Lichts

  • Übergänge zwischen hell und dunkel

Diese Faktoren beeinflussen direkt:

  • Konzentration

  • Stresslevel

  • Aufmerksamkeit

  • Energie über den Tag

  • visuelle Ermüdung

Es reagiert auf Nutzung, Tageszeit und Raumstruktur.
Und genau darin liegt der Unterschied zwischen Beleuchtung und Gestaltung.

 

Lux am Arbeitsplatz: Die unsichtbare Grundlage

Ein Begriff, der selten bewusst wahrgenommen wird, aber alles beeinflusst:
Lux am Arbeitsplatz.

Er beschreibt die Beleuchtungsstärke – also wie viel Licht tatsächlich auf der Arbeitsfläche ankommt.

Was viele nicht wissen:
Es geht nicht nur darum, „hell genug“ zu sein.
Es geht darum, wie dieses Licht wahrgenommen wird.

Zu wenig Licht reduziert die Leistungsfähigkeit.
Zu viel Licht erzeugt Stress.
Zu gleichmäßiges Licht kann sogar die Orientierung erschweren.

Die Balance ist entscheidend.

Typische Orientierungswerte:

  • ca. 500 Lux für klassische Bildschirmarbeit

  • höhere Werte für präzise Tätigkeiten

  • niedrigere Werte für kommunikative Zonen

  • individuell angepasste Werte je nach Nutzung und Tageszeit

Doch entscheidend ist nicht nur der Wert selbst, sondern die Verteilung im Raum.

Ein homogener Lichtteppich wirkt oft leblos.
Er nivelliert den Raum und nimmt ihm jede Hierarchie.

Ein differenziertes Konzept schafft Tiefe.
Es setzt Akzente, lenkt den Blick und unterstützt die Nutzung.

Denn gutes Licht misst man nicht nur in Lux.
Man erlebt es im Raum.

 

Zonen statt Gleichheit

Ein modernes Büro funktioniert nicht mehr als einheitliche Fläche.
Es ist ein System aus unterschiedlichen Situationen, die sich im Laufe des Tages ständig verändern.

Mal geht es um konzentriertes Arbeiten.
Mal um Austausch.
Mal um kurze Abstimmungen im Vorbeigehen.

Und genau so sollte auch das Licht gedacht werden.

Nicht als gleichmäßige Ausleuchtung.
Sondern als differenziertes System, das diese Situationen unterstützt und sichtbar macht.

Typische Lichtzonen im Büro:

  • Fokusbereiche → klare, blendfreie Beleuchtung, die Konzentration ermöglicht und visuelle Ruhe schafft

  • Kommunikationszonen → weichere, einladende Lichtstimmung, die Austausch fördert

  • Verkehrsflächen → Orientierung und Führung durch gezielte Lichtachsen und Helligkeitsverläufe

  • Rückzugsorte → reduzierte, ruhigere Lichtatmosphäre für Entspannung und informelles Arbeiten

Ergänzend entstehen oft Zwischenbereiche, die mehrere Funktionen verbinden und entsprechend flexibel beleuchtet werden müssen.

Diese Differenzierung sorgt dafür, dass sich der Raum intuitiv erschließt.
Ohne Beschilderung. Ohne Erklärung.

Man versteht, wo man ist – ohne darüber nachzudenken.

 

Direktes und indirektes Licht im Zusammenspiel

Gutes Bürolicht entsteht nie aus einer einzigen Lichtquelle.
Es entsteht aus dem bewussten Zusammenspiel verschiedener Lichtarten, die sich ergänzen und ausbalancieren.

Direktes Licht:

  • sorgt für Präzision

  • bringt Klarheit auf die Arbeitsfläche

  • unterstützt visuelle Aufgaben

  • reduziert Fehlbelastung der Augen bei konzentrierter Arbeit

Indirektes Licht:

  • öffnet den Raum

  • reduziert harte Kontraste

  • schafft Atmosphäre

  • lässt Flächen ruhiger und großzügiger wirken

Entscheidend ist dabei nicht nur das Vorhandensein beider Lichtarten, sondern deren Verhältnis.

Zu viel direktes Licht wirkt schnell technisch und hart.
Zu viel indirektes Licht kann diffus und kraftlos erscheinen.

Erst das richtige Gleichgewicht erzeugt visuelle Ruhe und gleichzeitig funktionale Klarheit.

Dabei spielen auch Raumgeometrie, Materialien und Oberflächen eine Rolle.
Reflexionen, Deckenhöhen und Wandfarben beeinflussen, wie Licht im Raum verteilt wird.

Erst die Kombination macht den Unterschied.

 

Typische Fehler in der Bürobeleuchtung

Viele Büros scheitern nicht an Budget oder Fläche, sondern an fehlender Planung.
Oft wird Licht erst am Ende mitgedacht – und genau dann entstehen die Probleme.

Die häufigsten Fehler wirken auf den ersten Blick unscheinbar, haben aber große Auswirkungen im Alltag:

  • gleichmäßige Rasterbeleuchtung ohne Differenzierung

  • zu hohe Kontraste zwischen Bildschirm und Umgebung

  • falsche Lichtfarbe

  • Blendung durch schlechte Positionierung

  • keine Anpassung an unterschiedliche Nutzungen

Hinzu kommt häufig ein Mangel an Flexibilität.
Ein einmal festgelegtes Licht bleibt unverändert
– obwohl sich Arbeitsweisen und Anforderungen ständig verändern.

 

Unser Ansatz bei Studio De Schutter

Licht beginnt für uns nicht bei der Leuchte.
Es beginnt beim Raum.

Bei Studio De Schutter denken wir Licht von Anfang an mit. Nicht als technische Ergänzung, sondern als integralen Bestandteil der Architektur. So entstehen Konzepte, die nicht nur funktionieren, sondern Atmosphäre, Identität und Orientierung schaffen.

Certificates SDS

Wir planen nicht für den Moment.
Wir planen für Nutzung, Veränderung und Wahrnehmung über Zeit.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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