Loungebeleuchtung: Atmosphäre gestalten jenseits der Funktion

Loungebeleuchtung geht nie nur um Sichtbarkeit. Sie verlangsamt Menschen. Sie schafft ein Gefühl des Ankommens, von Komfort und subtiler Intimität. In Lounges wird Licht zu einem leisen Gastgeber, der Wahrnehmung lenkt, ohne Aufmerksamkeit einzufordern.

Bei Studio De Schutter verstehen wir Loungebeleuchtung als geschichtetes räumliches Erlebnis. Ein Zusammenspiel aus Emotion, Orientierung und technischer Klarheit – mit bewusstem Raum für Interpretation.

 

Hotel Coreum Lounge:Designed von Studio de Schutter

Was gute Loungebeleuchtung ausmacht

Eine Lounge ist kein Arbeitsplatz. Kein Durchgangsraum. Kein Showroom. Dennoch entstehen viele Beleuchtungsprobleme in Lounges genau deshalb, weil sie wie solche Räume behandelt werden.

Erfolgreiche Loungebeleuchtung ist:

  • Niedrig in der Helligkeit, hoch in der Intention

  • Geschichtet statt gleichmäßig

  • Auf Flächen fokussiert, nicht auf Leuchten

  • Für Wahrnehmung gestaltet, nicht nur für Funktion

Das Ziel ist nicht, alles zu beleuchten. Das Ziel ist, dass Menschen sich wohlfühlen.

💡 B2B-Tipp:
Bei der Planung von Loungebeleuchtung in kommerziellen Räumen sollte das Lichtkonzept immer mit dem Geschäftsmodell abgestimmt werden. Eine Hotellounge, eine Corporate Lounge und ein Members’ Club mögen ähnlich aussehen, funktionieren jedoch sehr unterschiedlich. Beleuchtung muss Verweildauer, Interaktion und Markenpositionierung unterstützen – nicht nur Ästhetik.

 

Licht schichten statt Räume zu fluten

Einer der häufigsten Fehler in der Loungebeleuchtung ist Überbeleuchtung. Helles, gleichmäßiges Licht nimmt Räumen Tiefe und Intimität.

Wir arbeiten mit klar unterscheidbaren Lichtebenen:

  • Umgebungslicht, um die Grundstimmung zu definieren

  • Akzentlicht, um Fokus und Rhythmus zu erzeugen

  • Indirektes Licht, um Übergänge und Kanten zu mildern

Diese Hierarchie gibt dem Raum Luft zum Atmen. Schatten sind keine Fehler – sie sind Teil der Komposition.

 

Farbtemperatur und Materialdialog

Loungebeleuchtung lebt von ihrem Verhältnis zu Materialien. Holz, Textilien, Stein und Metall reagieren jeweils unterschiedlich auf Licht.

Zentrale Aspekte dabei sind:

  • Warme Farbtemperaturen für Ruhe und Intimität

  • Feine Differenzierungen zwischen einzelnen Zonen

  • Vermeidung steriler oder überdekorativer Effekte

Licht soll Texturen unterstützen, nicht nivellieren. Es soll Materialität leise sichtbar machen – fast beiläufig.

 

Tageslicht als Teil des Lichtkonzepts integrieren

Ein gut gestaltetes Lounge-Lichtkonzept beginnt nicht allein mit Kunstlicht. Tageslicht spielt eine entscheidende Rolle für Atmosphäre, Orientierung und Rhythmus im Verlauf des Tages. Wird Tageslicht ignoriert oder schlecht eingebunden, wirken Räume oft zeitlos im negativen Sinne – losgelöst von Nutzung und Moment.

In unserem Ansatz werden Tageslicht und Kunstlicht als ein durchgängiges System gedacht. Während sich das Tageslicht verändert, reagiert das Kunstlicht subtil und hält Balance und Komfort aufrecht, ohne abrupte Brüche zu erzeugen.

Zentrale Prinzipien sind:

  • Natürliches Tageslicht unterstützen statt mit ihm zu konkurrieren

  • Dimm- und Szenensteuerung nutzen, um wechselnde Lichtniveaus zu begleiten

  • Sanfte Übergänge vom Tag in den Abend schaffen, ohne die Atmosphäre zu stören

Durch die bewusste Integration von Tageslicht bleiben Lounges dynamisch und lebendig. Licht passt sich leise an, lenkt Wahrnehmung und gibt dem Raum sein Tempo. Eine Lounge sollte sich nie statisch anfühlen. Licht verleiht ihr Rhythmus, Timing und Kontinuität.

„In Loungebereichen sollte sich Licht wie eine Hintergrundmelodie anfühlen – präsent, beruhigend und niemals dominant.“

 

Loungebeleuchtung als räumliche Identität

Loungebeleuchtung prägt letztlich, wie ein Raum wahrgenommen wird – lange bevor Architektur oder Möblierung bewusst erfasst werden. Sie definiert Charakter und emotionale Stimmung. Ob eine Lounge exklusiv oder einladend wirkt, ruhig oder lebendig, intim oder sozial, wird maßgeblich durch Licht entschieden.

Gut gestaltete Loungebeleuchtung schafft Wiedererkennung. Sie wird Teil der Markensprache und der räumlichen Erzählung. Gäste erinnern sich selten an einzelne Leuchten, aber sie erinnern sich daran, wie sich der Raum angefühlt hat: komfortabel, ruhig, geerdet oder subtil belebend.

Ist Licht durchdacht integriert, fördert es längere Verweildauer, entspannte Interaktion und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Es rahmt Momente, ohne sie zu inszenieren. Es erlaubt Menschen anzukommen, langsamer zu werden und sich auf ihre eigene Weise mit dem Raum zu verbinden.

Loungebeleuchtung geht nicht um visuelle Statements oder dekorative Effekte. Sie handelt von Atmosphäre, Erinnerung und Identität. Eine leise Präsenz, die bleibt – lange nachdem man den Raum verlassen hat.

 

Warum die Zusammenarbeit mit Studio De Schutter den Unterschied macht

Viele Beleuchtungsprobleme müssten gar nicht erst entstehen. Sie sind nicht das Ergebnis fehlender Technologie oder zu geringer Budgets, sondern von Konzepten, die zu spät ansetzen und zu eng gedacht sind. Um solche Fehler zu vermeiden, braucht es einen anderen Zugang zu Licht.

Bei Studio De Schutter wird Licht nie als abschließendes Detail verstanden. Es wird von Anfang an als Teil des räumlichen Gesamtkonzepts mitgedacht. Wir beginnen damit, den Raum zu lesen – seine Architektur, seine Nutzer, seine täglichen Abläufe und seine Atmosphäre. Erst wenn diese Ebenen verstanden sind, entsteht das Lichtkonzept.

Unsere Stärke liegt darin, technische Präzision mit sinnlicher Qualität zu verbinden. Wir entwickeln Lichtkonzepte, die robust, anpassungsfähig und zukunftssicher sind – und dabei subtil und emotional wirksam bleiben. Das Ergebnis ist Licht, das natürlich und mühelos wirkt. Es unterstützt Orientierung, Komfort und Identität, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Gutes Licht konkurriert nicht mit dem Raum.

Es vervollständigt ihn.

 
 

Contact Us:

 
Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
Next
Next

Lichtszeneografie: Räume durch Wahrnehmung gestalten