Beleuchtung bei offenem Grundriss: Die besten Lichtideen für offene Wohnbereiche

Offener Grundriss · Lichtzonen · Wohnbereiche

Ein offener Grundriss entfernt die Wände.

Die unterschiedlichen Nutzungen verschwinden dadurch aber nicht.

In derselben Sichtachse wird gekocht. Gegessen. Gelesen. Gearbeitet. Entspannt. Empfangen.

Genau deshalb ist die Beleuchtung bei offenem Grundriss anspruchsvoller als in mehreren kleinen Zimmern. Das Licht muss Bereiche voneinander unterscheiden — ohne den Raum optisch wieder auseinanderzuschneiden.

Offener Innenraum im Projekt Am Lokdepot in Berlin mit Lichtplanung von Studio De Schutter
Am Lokdepot · Berlin — offene Räume werden aus mehreren Richtungen gleichzeitig gelesen. Licht muss deshalb nicht nur einzelne Bereiche bedienen, sondern auch ihre Beziehung zueinander.
Der zentrale Fehler Ein offener Raum ist nicht ein großer Raum.

Er ist mehrere Nutzungen, die gleichzeitig sichtbar sind.

Warum ein gleichmäßiges Downlight-Raster selten die richtige Antwort ist

Wenn Wände fehlen, liegt eine scheinbar einfache Lösung nahe: ein regelmäßiges Raster aus Deckenspots über die gesamte Fläche.

Technisch kann damit überall genügend Licht vorhanden sein.

Räumlich passiert jedoch häufig das Gegenteil von dem, was ein offener Grundriss eigentlich erreichen soll.

Küche, Esstisch und Aufenthaltsbereich erhalten dieselbe Helligkeit. Der Raum bekommt keinen Rhythmus. Die unterschiedlichen Funktionen verschwimmen zu einer einzigen beleuchteten Fläche.

Offenheit braucht deshalb nicht Gleichmäßigkeit, sondern lesbare Unterschiede.

Der Esstisch darf anders wirken als die Küchenzeile. Eine ruhigere Aufenthaltszone darf deutlich dunkler sein als eine Arbeitsfläche. Eine Wand darf präsent bleiben, während der Boden davor zurücktritt.

Sechs Prinzipien für Beleuchtung bei offenem Grundriss
01 · Nutzung Nicht den Grundriss beleuchten. Die Tätigkeiten beleuchten.

Kochen, Essen, Lesen und Entspannen brauchen unterschiedliche Lichtmengen, Richtungen und Positionen. Die Möblierung sollte deshalb vor der endgültigen Elektroplanung ausreichend klar sein.

02 · Hintergrund Eine gemeinsame visuelle Basis erhalten.

Die Zonen dürfen unterschiedlich sein, sollten aber nicht wie drei fremde Räume wirken. Eine ruhige Hintergrundbeleuchtung auf Wänden oder Architektur kann die Bereiche miteinander verbinden.

03 · Fokus Jede Zone braucht einen Grund, warum man sie erkennt.

Das kann die Pendelleuchte über dem Tisch sein, Licht auf einer Küchenwand oder eine niedrige Leuchte in einem Aufenthaltsbereich. Nicht jede Zone benötigt dafür eine eigene Deckenleuchte.

04 · Sichtachse Alle sichtbaren Leuchten müssen miteinander auskommen.

In offenen Räumen sieht man häufig mehrere Nutzungsbereiche gleichzeitig. Deshalb sollte bewusst entschieden werden, welche Leuchte visuell führt und welche sich zurücknimmt.

05 · Steuerung Zonen getrennt bedienen — Räume gemeinsam inszenieren.

Einzelne Lichtgruppen brauchen Unabhängigkeit. Gleichzeitig sollten Szenen mehrere Bereiche so koordinieren, dass der offene Raum am Abend trotzdem als Ganzes funktioniert.

06 · Übergänge Nicht nur die Zonen planen. Auch das Dazwischen.

Die Bereiche zwischen Küche, Tisch und Aufenthalt entscheiden darüber, ob der Grundriss fließend oder in einzelne Lichtinseln zerhackt wirkt.

Großer offener Innenraum im Projekt Am Lokdepot mit architektonischer Beleuchtung
Am Lokdepot — unterschiedliche Lichtaufgaben können Teil einer gemeinsamen räumlichen Sprache bleiben, ohne identisch gelöst werden zu müssen.
Ein hilfreiches Prinzip: ein Hintergrund, mehrere Vordergründe

Offene Räume müssen zwei widersprüchliche Dinge gleichzeitig leisten.

Sie sollen zusammengehören. Und trotzdem sollen einzelne Bereiche eine eigene Funktion besitzen.

Licht kann genau diese beiden Ebenen übernehmen.

Ebene 01 Der Hintergrund

Ruhiges Licht auf ausgewählten Wänden, Architektur oder Raumgrenzen hält die gesamte offene Fläche optisch zusammen.

Ebene 02 Die Nutzungsinseln

Küche, Tisch und Aufenthaltsbereiche erhalten präzises Licht für ihre jeweilige Funktion und können unabhängig voneinander gedimmt werden.

Ebene 03 Die Akzente

Kunst, Regale, Materialien oder einzelne Leuchten setzen visuelle Schwerpunkte und geben dem Raum Tiefe.

Das Entscheidende: Nicht jede Ebene muss überall vorkommen.

Ein offener Grundriss wird interessanter, wenn die Lichtdichte variiert.

Gute Beleuchtung bei offenem Grundriss trennt einzelne Funktionen nicht. Sie gibt jedem Bereich genügend Eigenständigkeit, damit der gemeinsame Raum lesbar bleibt.
Typischer Fehler „Jeder Bereich bekommt einfach seine eigene Leuchte.“

Zonierung ist sinnvoll.

Aber sechs unterschiedliche Statement-Leuchten in einem offenen Raum sind keine Zonierung.

Sie sind sechs visuelle Hauptdarsteller.

Ein offener Grundriss braucht Hierarchie.

Vielleicht führt die Pendelleuchte über dem Tisch. Die Küche bleibt architektonischer. Andere Bereiche übernehmen niedrigere oder zurückhaltendere Lichtquellen.

Die Zonen unterscheiden sich dadurch deutlich — ohne miteinander zu konkurrieren.

Innenraum Am Lokdepot Berlin mit differenzierten Lichtzonen
Innerhalb einer offenen Raumstruktur muss nicht jede Zone dieselbe Helligkeit besitzen. Gerade Unterschiede erzeugen Orientierung und räumliche Tiefe.
Sichtachsen sind bei offenen Räumen wichtiger als Leuchtenfamilien

Bei der Auswahl von Leuchten wird häufig gefragt: Müssen angrenzende Bereiche dieselbe Leuchtenserie bekommen?

Nein.

Viel wichtiger ist die Frage: Welche Leuchten sieht man gleichzeitig?

Eine große Pendelleuchte über dem Tisch kann von mehreren Bereichen aus sichtbar sein. Weitere Lichtquellen stehen vielleicht direkt dahinter. Eine niedrigere Leuchte befindet sich wiederum im Vordergrund.

Entscheidend ist deshalb nicht, dass alle dieselbe Form oder Oberfläche besitzen.

Sie brauchen vielmehr eine klare visuelle Beziehung.

  • Welche Leuchte soll der stärkste Blickfang sein?
  • Welche darf fast verschwinden?
  • Welche Höhen überlagern sich aus der wichtigsten Blickrichtung?
  • Blockiert eine Leuchte den Blick durch den Raum?
  • Entstehen zu viele helle Lichtquellen im direkten Sichtfeld?

Das ist der Unterschied zwischen einer Produktkombination und einem Lichtbild.

Architektonisch integrierte Beleuchtung im Projekt Am Lokdepot Berlin
Bei Am Lokdepot reagiert die Beleuchtung auf bestehende Architektur und vorhandene Bedingungen, statt ein unabhängiges Raster über den Raum zu legen.
Am Lokdepot: Was sich aus vorhandenen Bedingungen entwickeln lässt

Gute Lichtplanung beginnt selten auf einem völlig leeren Blatt.

Am Lokdepot gab es klare Rahmenbedingungen: bereits vorhandene Stromauslässe, einen engen Budgetrahmen und einen offenen Raum mit unterschiedlichen Funktionen und Ebenen.

Statt diese Einschränkungen zu kaschieren, wurden sie zum Ausgangspunkt der Gestaltung.

Studio De Schutter entwickelte daraus sogenannte Light-Hacks.

Dahinter steckt ein überraschend simples Prinzip: standardisierte, verfügbare Lichtkomponenten werden so kombiniert, dass daraus eine individuelle Lösung entsteht.

Das ist für offene Grundrisse besonders interessant.

Denn nicht jede Zone braucht eine teure Sonderleuchte. Oft entsteht der stärkere Entwurf dadurch, wie einfache Komponenten angeordnet, kombiniert und in die Architektur eingebunden werden.

Light-Hack Standardteile. Eigene Lösung.

Gute Gestaltung beginnt nicht zwingend mit einem Sonderprodukt.

Sie beginnt mit einer guten Idee.

Der übersehene Bereich Das Dazwischen braucht ebenfalls Licht.

Viele offene Grundrisse werden wie drei Inseln geplant:

Küche. Tisch. Aufenthalt.

Dabei ist der eigentliche Vorteil des offenen Grundrisses der Raum zwischen diesen Funktionen.

Wird ausschließlich jede Insel einzeln beleuchtet, entstehen nachts einzelne helle Flecken in einem ansonsten dunklen Raum.

Eine beleuchtete Wand, ein Regal, ein architektonisches Element oder eine zurückhaltende Hintergrundebene kann diese Bereiche miteinander verbinden.

Übergänge brauchen nicht viel Licht. Sie brauchen Kontinuität.

Lineare Lichtstrukturen im offenen Raum von Am Lokdepot Berlin
Lineare Lichtstrukturen hängen auf unterschiedlichen Höhen im Raum und machen damit nicht nur Nutzungsflächen, sondern auch das räumliche Volumen lesbar.
Dunkelheit ist im offenen Grundriss kein Fehler

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen guter und durchschnittlicher Beleuchtung zeigt sich häufig erst spät am Abend.

Muss wirklich die gesamte Küche hell bleiben, wenn sie längst nicht mehr aktiv genutzt wird?

Nein.

Vielleicht bleibt nur die beleuchtete Rückwand aktiv. Vielleicht ein indirektes Licht. Vielleicht eine Pendelleuchte auf sehr niedriger Intensität.

Die Küche bleibt dadurch als Teil des offenen Raums sichtbar.

Sie bleibt aber nicht funktional dominant.

Genau hier wird Dunkelheit zum Werkzeug der Zonierung.

Nicht ausgeschaltet versus eingeschaltet.

Sondern: präsent versus aktiv.

Ein guter offener Grundriss muss nachts nicht überall gleich viel zeigen. Er muss nur verhindern, dass ungenutzte Bereiche wie schwarze Löcher wirken.
Küche, Essen, Aufenthalt: Was braucht welche Zone?
Küche Präzision vor Grundhelligkeit.

Arbeitsflächen brauchen klares, gerichtetes Licht. Statt die gesamte Küche maximal aufzuhellen, sollten Arbeitsplatte, Herd und Spüle zuverlässig funktionieren. Schrank- und Wandflächen können eine ruhigere Hintergrundebene bilden.

Esstisch Eine klar definierte Insel.

Der Tisch ist häufig der einfachste Bereich, um Licht räumlich zu konzentrieren. Eine Pendelleuchte kann gleichzeitig Nutzlicht, visueller Schwerpunkt und subtile Grenze innerhalb des offenen Grundrisses sein.

Aufenthalt Licht weiter nach unten bringen.

Steh-, Tisch- und Wandleuchten passen besser zur sitzenden Nutzung als eine ausschließlich helle Decke. Das Lichtniveau darf deutlich unter dem funktionaler Arbeitsbereiche liegen.

Übergang Verbinden, ohne eine vierte Zone zu erfinden.

Eine beleuchtete Wand, Kunst oder Architektur kann die Blickachse zusammenhalten. Der Übergang braucht selten eine eigene dominante Leuchte.

Individuelle architektonische Lichtlösung im Projekt Am Lokdepot Berlin
Am Lokdepot — Standardkomponenten werden zu einer eigenständigen Lichtlösung kombiniert: ein Beispiel dafür, wie Konzept stärker sein kann als Produktwahl.
Lichtfarbe Zonen nicht mit Kelvin auseinanderreißen.

Unterschiedliche Funktionen brauchen nicht automatisch unterschiedliche Lichtfarben.

Eine oft unterschätzte Entscheidung: Wie einheitlich sollte die Lichtfarbe sein?

Es klingt zunächst logisch:

Küche etwas neutraler. Essen wärmer. Aufenthalt noch wärmer.

In getrennten Zimmern kann das gut funktionieren.

In einem offenen Grundriss stehen diese Lichtfarben jedoch gleichzeitig nebeneinander.

Zu große Unterschiede können deshalb unruhig wirken und den gemeinsamen Raum optisch stärker trennen als gewünscht.

Für viele offene Bereiche ist eine gemeinsame Grundlichtfarbe die ruhigere Lösung.

Etwa 2700 K oder 3000 K können je nach Materialität und Nutzung funktionieren. Die Zonierung entsteht dann stärker über Intensität, Richtung, Abstrahlung und Höhe.

Warm Dim kann zusätzlich helfen, einzelne Bereiche am Abend wärmer werden zu lassen, ohne tagsüber einen völlig anderen Charakter zu erzeugen.

Steuerung: Der offene Raum braucht keine Schalterlogik aus drei getrennten Zimmern

Die vielleicht praktischste Frage lautet: Was passiert, wenn zwei Dinge gleichzeitig stattfinden?

Jemand kocht. Andere sitzen bereits am Tisch. Ein weiterer Bereich wird nur noch ruhig genutzt.

Genau dann zeigt sich, ob die Beleuchtung wirklich geplant wurde.

Die Lichtgruppen sollten grundsätzlich separat steuerbar sein. Im Alltag ist es jedoch oft angenehmer, daraus Szenen zu entwickeln.

MORGEN
Küche und Essbereich funktional, weitere Bereiche zurückhaltend. Tageslicht übernimmt möglichst viel Grundhelligkeit.
KOCHEN
Arbeitsflächen klar beleuchten, Küchenhintergrund sichtbar halten, benachbarte Bereiche nicht unnötig mit derselben Intensität aufhellen.
ESSEN
Tisch wird zum visuellen Zentrum. Küche tritt zurück, bleibt aber über ausgewählte Hintergrundbeleuchtung räumlich präsent.
ABEND
Niedrige und ruhigere Lichtquellen übernehmen. Funktionale Bereiche bleiben nur so weit sichtbar, dass der offene Raum weiterhin zusammenhängend wirkt.
REINIGUNG
Volle funktionale Beleuchtung darf temporär aktiviert werden. Diese Szene muss nicht dieselbe räumliche Hierarchie besitzen wie der normale Abendbetrieb.
Der interessante Teil von Am Lokdepot: Licht strukturiert den Raum nicht nur horizontal

In offenen Grundrissen wird Zonierung häufig nur auf dem Boden gedacht.

Küche hier. Tisch dort. Aufenthalt dahinter.

Am Lokdepot zeigt eine andere Möglichkeit.

Lineare Lichtstrukturen hängen auf unterschiedlichen Höhen im offenen Volumen. Dadurch arbeiten sie nicht nur mit einzelnen Flächen, sondern mit der gesamten Höhe des Raumes.

Eine zweite Light-Hack-Lösung greift ein transluzentes Material aus der Architektur auf und verwendet es für eine hinterleuchtete Decke im Küchenbereich.

Das Licht definiert die Funktion also nicht durch eine gedachte Linie auf dem Boden.

Es definiert sie über Höhe, Material, Richtung und architektonische Integration.

Genau dieses Prinzip ist für offene Grundrisse interessant.

Ein Essbereich kann durch eine tiefere Pendelleuchte räumlich konzentrierter werden. Ein Aufenthaltsbereich kann über Wand- und Möbellicht näher an die menschliche Ebene rücken. Die Küche kann stärker mit der Architektur verschmelzen.

Ein Raum. Mehrere Funktionen. Unterschiedliche Maßstäbe.

Vor der Elektroplanung Diese Fragen sollten geklärt sein
  • Welche Tätigkeiten finden gleichzeitig im offenen Raum statt?
  • Welche Zone braucht das höchste funktionale Lichtniveau?
  • Welche Leuchte soll der visuelle Hauptdarsteller sein?
  • Welche Leuchten sind aus mehreren Zonen gleichzeitig sichtbar?
  • Welche Wand oder Fläche verbindet den Raum optisch?
  • Wie bleibt die Küche sichtbar, wenn sie abends nicht mehr aktiv genutzt wird?
  • Welche Lichtgruppen müssen separat dimmbar sein?
  • Wo werden Steckdosen für Steh- und Tischleuchten benötigt?
  • Welche Bereiche brauchen überhaupt keine zusätzliche Deckenbeleuchtung?
  • Wie verändert sich das Lichtkonzept zwischen Tag, Kochen, Essen und spätem Abend?
Die häufigsten Fehler bei Beleuchtung in offenen Grundrissen
  • Ein Downlight-Raster über die gesamte Fläche legen: Dadurch wird jeder Bereich gleich behandelt, obwohl die Funktionen vollkommen unterschiedlich sind.
  • Jeder Zone eine Statement-Leuchte geben: Mehrere starke Blickfänge konkurrieren innerhalb derselben Sichtachse.
  • Nur die einzelnen Zonen planen: Ohne verbindendes Hintergrundlicht können dunkle Zwischenräume entstehen.
  • Die Küche auch am Abend maximal hell lassen: Funktionales Licht dominiert dann den gesamten offenen Raum.
  • Zu viele unterschiedliche Lichtfarben kombinieren: In einem offenen Raum stehen sie direkt nebeneinander und können die Fläche optisch fragmentieren.
  • Steh- und Tischleuchten zu spät berücksichtigen: Ohne passende Steckdosen bleiben sie später oft an ungünstigen Positionen oder benötigen sichtbare Kabel.
  • Nur Ein/Aus statt Szenen planen: Offene Räume erleben besonders viele parallele Nutzungen.
  • Blickachsen ignorieren: Eine Leuchte kann aus ihrer eigenen Zone perfekt aussehen und aus einer anderen Perspektive trotzdem stören oder blenden.
Der offene Grundriss braucht nicht eine perfekte Lichtstimmung. Er braucht mehrere Lichtzustände, die gleichzeitig nebeneinander funktionieren können.
Häufige Fragen Beleuchtung bei offenem Grundriss richtig planen
Wie beleuchtet man einen offenen Wohn-, Ess- und Küchenbereich?

Sinnvoll ist eine Kombination aus getrennt steuerbaren Nutzungszonen und einer gemeinsamen Hintergrundebene. Küche, Esstisch und weitere Aufenthaltsbereiche brauchen jeweils passendes Licht, sollten über Wände, Architektur oder zurückhaltende Grundbeleuchtung jedoch optisch miteinander verbunden bleiben.

Wie kann Licht einen offenen Grundriss zonieren?

Besonders wirksam sind Unterschiede in Lichtintensität, Höhe und Richtung. Eine Pendelleuchte kann den Esstisch definieren, präzises Arbeitslicht die Küche markieren und niedrigere Lichtquellen ruhigere Aufenthaltsbereiche zusammenfassen. Dafür sind keine physischen Raumtrenner notwendig.

Braucht ein offener Wohnbereich überall Deckenspots?

Nein. Ein gleichmäßiges Raster aus Deckenspots ist häufig sogar kontraproduktiv, weil es die unterschiedlichen Nutzungen nivelliert. Spots sollten dort eingesetzt werden, wo sie eine konkrete Aufgabe erfüllen — beispielsweise an Arbeitsflächen, Wänden, Kunst oder definierten Laufwegen.

Sollte in Küche und Wohnbereich dieselbe Lichtfarbe verwendet werden?

In offenen Grundrissen ist eine weitgehend zusammenhängende Lichtfarbe häufig ruhiger, weil mehrere Lichtquellen gleichzeitig sichtbar sind. Etwa 2700 K oder 3000 K können je nach Materialien und Nutzung sinnvoll sein. Unterschiede zwischen den Zonen lassen sich stärker über Helligkeit, Richtung und Dimmung erzeugen.

Wie viele Stromkreise braucht ein offener Wohnbereich?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtig ist, dass funktional unterschiedliche Lichtgruppen unabhängig steuerbar bleiben. Küche, Esstisch, Aufenthaltsbereiche, Akzentlicht und indirekte Beleuchtung sollten nicht zwangsläufig an einen gemeinsamen Schaltzustand gebunden sein.

Wann sollte die Beleuchtung eines offenen Grundrisses geplant werden?

Möglichst bevor Elektroauslässe und Deckenpunkte endgültig festgelegt werden. Möbelpositionen, Küchenplanung, Esstisch, Blickachsen, Steckdosen, Kunst und gewünschte Lichtszenen beeinflussen die optimale Position der Lichtquellen erheblich.

Open Plan · Light Zones · Sightlines · Control Keine Wände.
Trotzdem
klare Räume.
Warum offene Grundrisse besonders von früher Lichtplanung profitieren

Je weniger bauliche Grenzen ein Raum besitzt, desto mehr Aufgaben übernimmt das Licht.

Es unterstützt Funktion. Definiert Nutzungsbereiche. Ordnet Sichtachsen. Verbindet Übergänge. Und verändert den Raum über den Tag.

Studio De Schutter entwickelt Licht deshalb nicht als Raster über einem offenen Grundriss, sondern als räumliches System.

Welche Zone führt? Welche bleibt im Hintergrund? Was muss gleichzeitig funktionieren? Welche Leuchten sind aus mehreren Blickrichtungen sichtbar? Und wie verändert sich die Hierarchie am Abend?

So bleibt der Grundriss offen.

Aber nicht undefiniert.

01 Nutzungen & Sichtachsen analysieren
02 Lichtzonen & Übergänge definieren
03 Leuchtenhierarchie & Lichtschichten entwickeln
04 Steuerung & Szenen feinjustieren
Studio De Schutter · Berlin und Antwerpen Architectural Lighting Design für Residential, Workplace, Hospitality und anspruchsvolle Architekturprojekte.
 
 

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Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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