Lichtplanung HOAI: Was Bauherren und Architekten wissen sollten

Lichtplanung HOAI

Die HOAI kann ziemlich genau beschreiben, wann eine Planungsleistung stattfindet.

Sie beantwortet aber noch nicht automatisch, wie gut das Licht am Ende wird.

Für Bauherren und Architekten ist deshalb eine andere Frage entscheidend: Welche Aufgaben übernimmt die Lichtplanung tatsächlich – vom ersten Konzept bis zur gebauten Realität?

Scope Welche Leistungen sind wirklich beauftragt?
Timing Wann muss der Lichtplaner ins Projekt?
Schnittstellen Was macht Lichtplanung – und was Elektroplanung?
Honorar Was bedeutet „nach HOAI“ heute überhaupt?

Genau an diesen Punkten entstehen in Projekten die meisten Missverständnisse.

Nicht bei der Frage, ob eine Pendelleuchte rund oder linear sein soll.

Zuerst die wichtige Unterscheidung Die HOAI ist kein Lichtdesign-Handbuch.

Sie strukturiert und bewertet Planungsleistungen. Sie ersetzt weder das Lichtkonzept noch die projektspezifische Definition des Leistungsumfangs.

Beleuchtungsanlagen sind innerhalb der HOAI unter anderem im Leistungsbild der Technischen Ausrüstung verankert. Dort werden die Grundleistungen in neun Leistungsphasen gegliedert.

Eine eigenständige architektonische Lichtplanung umfasst in der Praxis jedoch häufig Themen, die sehr viel spezifischer sind: Tageslicht, Lichtwirkung, Lichtverteilung, Leuchtenauswahl, Sonderleuchten, Mock-ups, Steuerung, Szenen, Bemusterung oder Fine-Tuning vor Ort.

Deshalb reicht die Aussage „Lichtplanung nach HOAI“ allein noch nicht aus.

Entscheidend ist, welche Leistungen innerhalb der jeweiligen Phase tatsächlich vereinbart wurden.

Leistungsphasen schaffen Struktur. Qualität entsteht erst durch einen präzise definierten Scope.
LPH 1–9 Die neun Leistungsphasen – und was sie für Lichtplanung bedeuten können

Im Leistungsbild Technische Ausrüstung bewertet § 55 HOAI die neun Phasen mit festen prozentualen Anteilen. Für ein Lichtplanungsprojekt sind diese Werte eine wichtige Referenz – aber keine automatische Aufteilung des Honorars eines unabhängigen Lichtplaners.

LPH 1 2 %
Grundlagenermittlung

Nutzung, Ziele, Architektur, Budget, vorhandene Anlagen und relevante Schnittstellen verstehen.

LPH 2 9 %
Vorplanung

Erste Lichtidee, Beleuchtungsprinzipien, Tageslicht, Zonen, Lichtqualitäten und technische Grundrichtung entwickeln.

LPH 3 17 %
Entwurfsplanung

Das Konzept wird konkret: Leuchtentypologien, Positionen, Lichtverteilungen, Berechnungen und Steuerungslogik werden abgestimmt.

LPH 4 2 %
Genehmigungsplanung

Genehmigungsrelevante Anforderungen werden – soweit sie den jeweiligen Scope betreffen – in die Planung integriert und koordiniert.

LPH 5 22 %
Ausführungsplanung

Aus einer Idee wird eine baubare Lösung: Maße, Einbaudetails, Positionen, Schnittstellen und technische Informationen werden präzisiert.

LPH 6 7 %
Vorbereitung der Vergabe

Leistungen und Produkte werden so beschrieben, dass Angebote vergleichbar und die gewünschte Lichtqualität ausschreibbar werden.

LPH 7 5 %
Mitwirkung bei der Vergabe

Angebote werden fachlich verglichen, Alternativen bewertet und Entscheidungen für die Vergabe vorbereitet.

LPH 8 35 %
Objektüberwachung

Die gebaute Ausführung wird mit Planung und Vertragsgrundlagen abgeglichen. Gerade beim Licht wird der reale Raum jetzt entscheidend.

LPH 9 1 %
Objektbetreuung

Nachlaufende Betreuung, Mängelthemen und weitere Leistungen nach Fertigstellung können Teil dieser Phase sein.

Wichtig: Die Prozentwerte entsprechen der Bewertung des Leistungsbilds Technische Ausrüstung nach § 55 HOAI. Sie sind nicht automatisch eine allgemeingültige Honorarverteilung für jedes eigenständige Lichtplanungsmandat.
Was dabei leicht übersehen wird: Der größte Hebel liegt oft in den frühen Phasen

LPH 1 und 2 haben in der formalen HOAI-Bewertung vergleichsweise kleine Prozentanteile.

Für die räumliche Qualität können sie trotzdem entscheidend sein.

Denn hier sind Decken noch nicht geschlossen. Möblierungen können noch reagieren. Lichtlinien können mit Architektur statt gegen sie entwickelt werden. Tageslicht kann Einfluss auf Grundriss, Öffnungen und Steuerung nehmen.

Je später die Lichtplanung beginnt, desto häufiger wird aus Gestaltung nur noch Produktauswahl.

The Loop in Düsseldorf mit Lichtplanung von Studio De Schutter
The Loop · Düsseldorf — Studio De Schutter begleitete das Projekt in LPH 1–8. Der Scope umfasste Lichtkonzept, Leuchtenentwicklung sowie Planung und Programmierung der Lichtsteuerung. Genau daran zeigt sich: Die Leistungsphase allein beschreibt noch nicht die gesamte fachliche Tiefe.
LPH 1–2 Bevor die Geometrie feststeht

Früh geht es weniger um konkrete Artikelnummern als um Prinzipien.

Welche Tätigkeiten finden statt? Wo kommt Tageslicht an? Welche Flächen sollen hell erscheinen? Wo sind Akzente sinnvoll? Welche Bereiche brauchen Flexibilität? Welche Lichtstimmungen sollen später abrufbar sein?

Ein gutes Ergebnis beginnt mit einer räumlichen Strategie – nicht mit einem Leuchtenkatalog.

LPH 3–4 Aus Wirkung wird Planung

Jetzt müssen gestalterische Entscheidungen technisch lesbar werden.

Lichtverteilung, Leuchtenpositionen, Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Entblendung, Beleuchtungsstärken, Steuerungsprinzipien und architektonische Integration werden konkreter.

Berechnungen können prüfen, ob definierte Anforderungen erreicht werden. Sie ersetzen aber nicht die Entscheidung, welche Flächen überhaupt Priorität haben sollen.

LPH 5–7 Aus Planung wird ein bestellbares System

Spätestens jetzt zeigt sich, ob Konzept und technische Planung wirklich zusammenpassen.

Einbauhöhen. Deckendetails. Leuchtenlisten. Treiber. Optiken. Schaltgruppen. Schnittstellen. Ausschreibungstexte.

Auch Alternativprodukte müssen fachlich bewertet werden. Zwei Leuchten mit ähnlicher Wattzahl oder ähnlichem Lichtstrom erzeugen nicht automatisch dieselbe Lichtwirkung.

LPH 8–9 Der Plan trifft auf den realen Raum

Erst im gebauten Zustand werden manche Dinge endgültig sichtbar: reale Reflexionen, Blickwinkel, Materialoberflächen, Möblierung und die tatsächliche Wirkung von Dimmwerten.

Objektüberwachung, Ausrichtung, Szeneneinstellung, Programmierung und Fine-Tuning müssen deshalb früh im Leistungsumfang geklärt werden.

Nicht jede dieser Leistungen ist automatisch allein deshalb enthalten, weil im Angebot „LPH 8“ steht.

Die entscheidende Schnittstelle Lichtplaner und Elektroplaner planen nicht dasselbe.
Architektur / Innenarchitektur

Raumgeometrie, Decken, Materialien, Möblierung, Details und gestalterischer Gesamtkontext bilden die räumliche Grundlage.

Lichtplanung

Lichtwirkung, visuelle Hierarchie, Lichtverteilung, Leuchtenqualität, Positionierung, Optiken, Szenen und projektspezifische Lichtdetails stehen im Mittelpunkt.

Elektro- / TGA-Planung

Versorgung, Stromkreise, Verteilungen, Leitungsführung, Schutztechnik und elektrotechnische Infrastruktur werden fachlich geplant und koordiniert.

Die tatsächliche Grenze ist projektabhängig. Steuerung, Bussysteme, Notbeleuchtung, Anschlusspunkte oder Leuchtenausschreibung müssen deshalb eindeutig einer Planungsseite zugeordnet werden. Sonst entsteht entweder eine Lücke – oder dieselbe Leistung wird doppelt geplant.
Die Schnittstelle sollte an Funktionen definiert werden – nicht nur an Gewerken

„Licht macht der Lichtplaner, Strom macht der Elektriker“ klingt einfach.

Für ein komplexes Projekt ist es meistens zu ungenau.

Wer definiert die DALI-Gruppen? Wer schreibt die Szenenmatrix? Wer legt fest, welche Leuchte separat adressierbar sein muss? Wer prüft die Kompatibilität von Treiber und Steuerung? Wer programmiert? Wer nimmt die Szenen am Ende ab?

Genau diese Fragen gehören geklärt, bevor die technische Planung weit fortgeschritten ist.

Wann einsteigen? Zu spät erkennt man Lichtplanung meistens an Details.
Die Decke ist bereits fertig geplant.

Dann müssen Leuchten in ein Raster passen, das ohne ihre Einbaugrößen, Lichtwirkung oder Wartung geplant wurde.

Das Budget basiert bereits auf Stückzahlen.

Dann wird eine frühe Annahme schnell zur finanziellen Realität, obwohl das Lichtkonzept noch gar nicht entwickelt wurde.

Die Steuerung ist schon festgelegt.

Dann können gewünschte Szenen später an fehlenden Gruppen, Adressen oder Schnittstellen scheitern.

Treiber haben keinen zugänglichen Ort.

Ein Detail, das im Rendering unsichtbar ist, wird Jahre später zum Wartungsproblem.

Die Lichtplanung beginnt mit einer Produktliste.

Dann fehlt häufig die Frage, welche räumliche Aufgabe jede Leuchte überhaupt übernehmen soll.

Rezeption des Coreum Hotels mit architektonischer Lichtplanung von Studio De Schutter
Coreum Hotel · Stockstadt am Rhein — hier begann der Scope von Studio De Schutter mit LPH 2 und lief bis LPH 8. Das Projekt zeigt gut, warum nicht jedes Mandat zwangsläufig mit exakt denselben Leistungsphasen beginnen muss.
LPH ist nicht gleich Leistungsumfang Zwei Angebote mit „LPH 1–8“ können trotzdem etwas völlig anderes enthalten.

Besonders bei Lichtplanung lohnt sich ein Blick unter die Überschrift des Angebots.

Tageslicht

Sind Tageslichtstudien, Verschattung oder die Abstimmung zwischen natürlichem und künstlichem Licht enthalten?

Lichtberechnungen

Welche Räume werden berechnet, in welcher Tiefe und für welche Anforderungen?

Visualisierungen & Mock-ups

Sind Renderings, Bemusterungen oder 1:1-Tests Teil des Auftrags oder zusätzliche Leistungen?

Sonderleuchten

Wer entwickelt, detailliert und koordiniert projektspezifische Leuchten?

Lichtsteuerung

Reicht der Scope bis zur Szenenlogik – oder auch bis zu Programmierung und Inbetriebnahme?

Fine-Tuning

Sind Ausrichtung von Strahlern, Dimmwerte und finale Szeneneinstellungen auf der Baustelle enthalten?

Genau deshalb ist „wir brauchen nur ein Lichtkonzept“ häufig kein kleiner Auftrag

Ein Konzept kann zwei sehr unterschiedliche Dinge bedeuten.

Variante eins: einige Referenzbilder, Leuchtenfamilien und eine grobe Lichtidee.

Variante zwei: eine belastbare Strategie mit Tageslicht, Lichtzonen, Leuchtenpositionen, Berechnungen, Steuerungsprinzipien, Einbaudetails und abgestimmten Schnittstellen.

Beide können als „Konzept“ bezeichnet werden.

Planerisch sind sie nicht dasselbe.

Kita Mittenwalde mit Lichtplanung von Studio De Schutter
Kita Mittenwalde — LPH 1–8. Bei einem solchen Projekt beginnt Lichtplanung nicht erst bei der Auswahl einzelner Leuchten, sondern bei Nutzern, Tageslicht, Blendung, unterschiedlichen Raumfunktionen und der Frage, wie das Konzept wirtschaftlich gebaut werden kann.
Honorar „Nach HOAI“ bedeutet heute nicht: Der Preis steht bereits fest.

Die aktuellen Honorartafeln der HOAI dienen als Orientierungswerte. Das Honorar wird grundsätzlich zwischen den Vertragsparteien vereinbart.

Wird für Grundleistungen keine Honorarhöhe in Textform vereinbart, sieht § 7 HOAI den jeweiligen Basishonorarsatz vor.

Für die Praxis wichtiger Nicht nur nach dem Prozentsatz fragen. Nach dem Scope fragen.

Ein Honorar wird nicht allein dadurch verständlich, dass daneben „LPH 1–8“ steht.

Relevant sind unter anderem Leistungsbild, Honorarzone, anrechenbare Kosten, beauftragte Phasen und zusätzliche oder besondere Leistungen.

Bei eigenständiger Lichtplanung sollte deshalb besonders klar beschrieben werden, welche lichtplanerischen Aufgaben tatsächlich Bestandteil des Vertrags sind.

Ein Punkt, den die klassische HOAI-Systematik allein nicht vollständig erklärt

Architektonische Lichtplanung bewegt sich zwischen Gestaltung und Technik.

Genau deshalb hat die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft eigene Leistungsbilder für Tages- und Kunstlicht entwickelt und 2025 aktualisiert.

Sie konkretisieren die Arbeit der Lichtplanung als eigenständige Fachdisziplin stärker, als es die klassischen HOAI-Leistungsbilder allein tun.

Für Bauherren bedeutet das vor allem: Die HOAI-Struktur ist eine sehr gute gemeinsame Sprache für den Projektablauf – aber der lichtplanerische Vertrag braucht trotzdem eine präzise Leistungsbeschreibung.

Checkliste für Bauherren und Architekten Das sollte in einem Angebot für Lichtplanung eindeutig sein
Welche Leistungsphasen werden übernommen?
Sind vollständige Phasen oder nur Teilleistungen beauftragt?
Gehören Tageslichtstudien zum Scope?
Welche Lichtberechnungen sind vorgesehen?
Wer plant Not- und Sicherheitsbeleuchtung?
Wer definiert Schaltgruppen und Steuerungslogik?
Ist Programmierung der Lichtsteuerung enthalten?
Sind Mock-ups oder Bemusterungen vorgesehen?
Wer entwickelt und detailliert Sonderleuchten?
Wie werden Alternativprodukte in der Vergabe bewertet?
Wie viele Baustellentermine sind vorgesehen?
Ist die fachliche Abnahme Teil des Scopes?
Sind Strahlerausrichtung und Fine-Tuning enthalten?
Wer dokumentiert Szenen und finale Einstellungen?
Wo endet Lichtplanung und beginnt Elektroplanung?
Welche Leistungen werden gesondert vergütet?
LPH 8 ist bei Licht besonders sichtbar

Ein Lüftungskanal kann technisch funktionieren, ohne dass ein Nutzer seine genaue Position bewusst wahrnimmt.

Licht verhält sich anders.

Ein Strahler steht fünf Grad falsch. Eine Szene ist zu hell. Ein Kunstwerk bekommt Reflexe. Ein Tisch liegt außerhalb des Lichtkegels. Eine Wand wirkt flacher als geplant.

Solche Dinge erkennt man endgültig erst im gebauten Raum.

Deshalb lohnt es sich, bei der Beauftragung genau hinzusehen: Wer übernimmt die letzte Abstimmung zwischen Planung und tatsächlicher Lichtwirkung?

Château Bénat mit zurückhaltender architektonischer Lichtplanung von Studio De Schutter
Château Bénat · French Riviera — das Projekt lief über LPH 1–8 inklusive Fine-Tuning. Gerade bei zurückhaltenden Lichtkonzepten entscheiden im gebauten Raum kleine Anpassungen von Ausrichtung und Intensität darüber, ob die geplante Hierarchie tatsächlich funktioniert.
Braucht jedes Projekt wirklich alle Leistungsphasen?

Nein.

Ein Projekt kann bereits weiter fortgeschritten sein. Bestimmte Leistungen können durch andere Fachplaner abgedeckt werden. Manche Phasen sind für den konkreten Scope nur in Teilen relevant.

Studio De Schutter arbeitet deshalb je nach Projekt mit unterschiedlichen Beauftragungsumfängen. Projekte wie The Loop, Kita Mittenwalde oder Château Bénat sind mit LPH 1–8 dokumentiert. Beim Coreum Hotel begann die Beauftragung beispielsweise mit LPH 2 und lief bis LPH 8.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Phasen aufzulisten.

Entscheidend ist, dass keine relevante Aufgabe zwischen zwei Zuständigkeiten verschwindet.

Projektpraxis Ein Leistungsphasenmodell. Sehr unterschiedliche Planungsaufgaben.
The Loop

LPH 1–8 mit Lichtkonzept, Leuchtenentwicklung sowie Steuerungsplanung und Programmierung.

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Kita Mittenwalde

LPH 1–8 mit nutzerorientierter Lichtplanung für eine Bildungseinrichtung und engem Zusammenspiel von Tages- und Kunstlicht.

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Coreum Hotel

LPH 2–8 mit architektonischer Lichtberatung, projektspezifischer Leuchtenentwicklung und Scene Setting.

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Château Bénat

LPH 1–8 inklusive Fine-Tuning für ein umfangreiches historisches Residential-Projekt.

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Häufig gestellte Fragen Lichtplanung und HOAI
Ist Lichtplanung in der HOAI enthalten?

Beleuchtungsanlagen sind innerhalb der HOAI unter anderem dem Leistungsbild Technische Ausrüstung zugeordnet. Eine eigenständige architektonische Lichtplanung ist jedoch nicht als vollständig separates HOAI-Leistungsbild formuliert. Deshalb sollte der konkrete lichtplanerische Leistungsumfang vertraglich eindeutig beschrieben werden.

Welche HOAI-Leistungsphasen gibt es?

Die HOAI unterscheidet neun Leistungsphasen: Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe, Mitwirkung bei der Vergabe, Objektüberwachung und Objektbetreuung.

Muss ein Lichtplaner immer LPH 1 bis 9 übernehmen?

Nein. Leistungsphasen und Teilleistungen können projektbezogen beauftragt werden. Wichtig ist, dass Schnittstellen und nicht beauftragte Leistungen eindeutig definiert werden, damit im Projekt keine planerischen Lücken entstehen.

Wann sollte ein Lichtplaner in das Projekt einsteigen?

Idealerweise bevor wesentliche Decken-, Material-, Möblierungs- und Steuerungsentscheidungen festgeschrieben sind. Je früher Licht als Teil der Architektur betrachtet wird, desto leichter lassen sich Einbaudetails, Tageslicht, Steuerung und Budget sinnvoll koordinieren.

Was ist der Unterschied zwischen Lichtplaner und Elektroplaner?

Der Lichtplaner konzentriert sich typischerweise auf Lichtwirkung, visuelle Qualität, Leuchten, Lichtverteilung, Positionen und Szenen. Die Elektroplanung verantwortet typischerweise die elektrotechnische Infrastruktur. Die genaue Schnittstelle muss für jedes Projekt vertraglich festgelegt werden.

Ist das Honorar durch die HOAI fest vorgeschrieben?

Nein. Die Honorartafeln dienen heute als Orientierungswerte. Die Vertragsparteien vereinbaren das Honorar. Für Grundleistungen greift ohne entsprechende Honorarvereinbarung in Textform unter den Voraussetzungen des § 7 HOAI der Basishonorarsatz.

Was passiert in LPH 8 bei der Lichtplanung?

In der Objektüberwachung wird die Ausführung mit den Planungs- und Vertragsgrundlagen abgeglichen. Bei Licht können zusätzlich Baustellenabstimmungen, fachliche Abnahmen, Strahlerausrichtung, Szeneneinstellung oder Fine-Tuning relevant sein. Ob diese konkreten Leistungen enthalten sind, sollte im Auftrag ausdrücklich geklärt werden.

Was sind Besondere Leistungen bei der Lichtplanung?

Je nach Projekt können beispielsweise vertiefte Simulationen, spezielle Tageslichtuntersuchungen, Mock-ups, Sonderleuchtenentwicklung oder weitere projektspezifische Aufgaben zusätzlich vereinbart werden. Welche Leistung als Grund- oder Zusatzleistung behandelt wird, hängt vom konkreten Leistungsbild und Vertrag ab.

Fachlicher Hinweis: Die HOAI ist eine Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen und ersetzt keine projektspezifische Vertrags- oder Rechtsberatung. Für die konkrete Beauftragung sollten Leistungsumfang und Schnittstellen eindeutig vereinbart werden. Weiterführend: § 55 HOAI, Anlage 15 HOAI und § 7 HOAI.
Gute Lichtplanung endet nicht beim Konzept.

Sie muss sich durch Planung, Ausschreibung, Ausführung und den gebauten Raum ziehen.

Studio De Schutter begleitet Projekte je nach Aufgabenstellung über unterschiedliche Leistungsphasen – von der ersten Lichtstrategie bis zur Umsetzung und zum Fine-Tuning vor Ort.

Entscheidend ist nicht nur, welche LPH beauftragt wird. Sondern was innerhalb dieser Phase wirklich geleistet wird.

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Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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