Mehrschichtige Beleuchtung: Ein praktischer Leitfaden für die Innenarchitektur

Lichtschichten

Lichtschichten werden häufig wie eine Einkaufsliste erklärt.

Grundlicht. Arbeitslicht. Akzentlicht. Dekoratives Licht.

Technisch richtig. Praktisch unvollständig.

Denn ein erfolgreiches Konzept aus Lichtschichten definiert sich nicht dadurch, wie viele unterschiedliche Leuchtentypen installiert werden.

Es definiert sich dadurch, wie klar unterschiedliche Aufgaben des Lichts voneinander getrennt werden.

Eine Lichtschicht schafft Orientierung. Eine andere macht Oberflächen sichtbar. Eine weitere unterstützt eine konkrete Tätigkeit. Und eine entscheidet, wo der Blick hängen bleibt.

Und besonders wichtig: Nicht alle Lichtschichten müssen gleichzeitig gleich stark präsent sein.

Das zentrale Prinzip Eine Lichtschicht ist eine Aufgabe – kein Leuchtentyp.

Dieser Unterschied verändert den gesamten Planungsprozess.

Eine Pendelleuchte kann gleichzeitig Arbeitslicht und dekoratives Element sein. Ein Wallwasher kann Orientierung schaffen und zugleich einen Raum heller erscheinen lassen. Ein Einbaustrahler kann an einer Position Kunst beleuchten und an einer anderen einen Tisch unterstützen.

Die Frage lautet deshalb nicht: Welche Leuchten brauchen wir?

Die bessere Frage lautet: Welche visuellen Aufgaben muss das Licht erfüllen?

01 — Räumlich

Grundlicht

Schafft einen lesbaren Grundzustand, ohne dass jede Oberfläche dieselbe Helligkeit erreichen muss.

02 — Architektonisch

Vertikales Licht

Macht Wände, Raumgrenzen, Materialien und Ziele sichtbar und gibt dem Raum visuelle Tiefe.

03 — Funktional

Arbeitslicht

Bringt nutzbares Licht genau dorthin, wo gelesen, gearbeitet, serviert, vorbereitet oder navigiert wird.

04 — Hierarchie

Akzentlicht

Entscheidet, was Aufmerksamkeit verdient, und verhindert, dass jedes Element im Raum gleich stark miteinander konkurriert.

05 — Charakter

Dekoratives Licht

Bringt sichtbare Objekte, Maßstab und gestalterischen Charakter in den Raum, ohne allein sämtliche funktionalen Anforderungen lösen zu müssen.

06 — Zeit

Lichtszenen und Steuerung

Verändern die Bedeutung der einzelnen Lichtschichten, wenn sich Tageslicht, Nutzung und Charakter des Raums verändern.

Vor Lichtschicht 01 Entscheide zuerst, wie der Raum aussehen soll, wenn nicht alles beleuchtet ist.

Lichtschichten beginnen mit Hierarchie.

Bevor Leuchten positioniert werden, hilft eine bewusst einfache Frage:

Wenn der größte Teil des Raums dunkel wäre – welche Elemente müssten trotzdem sichtbar bleiben?

Vielleicht ist es die Rezeption. Der Weg zum Aufzug. Ein Tisch. Eine Materialwand. Ein Kunstwerk. Eine Bar.

Diese Antworten beginnen, die einzelnen Lichtschichten zu definieren.

Ohne diese Hierarchie wird geschichtetes Licht schnell zu einem rein additiven Prinzip: noch ein Downlight, noch eine Pendelleuchte, noch eine LED-Linie, noch eine dekorative Leuchte.

Der Raum enthält dann mehr Lichtquellen – aber nicht unbedingt mehr Klarheit.

Architektonisches Detail einer Aufbauleuchte im Coreum Hotel von Studio De Schutter
Coreum Hotel — eine Lichtschicht muss sich nicht in den Vordergrund drängen. Zurückhaltende technische Leuchten können die funktionale Grundlage bilden, während stärkere visuelle Elemente an anderer Stelle im Raum wirken.
Lichtschicht 01 — Grundlicht sollte Lesbarkeit schaffen, nicht gleichmäßige Helligkeit

Die erste Lichtschicht wird häufig als Ambient- oder Allgemeinbeleuchtung bezeichnet.

Diese Beschreibung kann jedoch irreführend sein.

Sie suggeriert, dass die erste Aufgabe darin besteht, den gesamten Raum möglichst gleichmäßig mit Licht zu füllen.

In der Innenarchitektur ist das nur selten notwendig.

Eine gute Grundbeleuchtung schafft genug visuelle Kontinuität, damit der Raum verstanden werden kann.

Sie sollte ermöglichen, sich komfortabel zwischen helleren und dunkleren Bereichen zu bewegen, ohne die komplette Decke in ein repetitives Leuchtenraster zu verwandeln.

Beim Coreum Hotel war das besonders relevant, weil das offene Erdgeschoss mehrere Funktionen gleichzeitig aufnimmt. Lounge. Frühstück. Erschließung. Bar. Informelle Meetings.

Die gesamte Fläche als einen einzigen gleichmäßig beleuchteten Raum zu behandeln, würde vor allem ihre Größe betonen – nicht ihre Aufenthaltsqualität.

Stattdessen hilft das Licht dabei, das große Volumen in kleinere visuelle Bereiche zu gliedern.

Geschichtete Beleuchtung in der Lounge des Coreum Hotels mit lokalem architektonischem und dekorativem Licht
Coreum Hotel Lounge — lokales Licht schafft innerhalb des großen offenen Erdgeschosses kleinere visuelle Bereiche, anstatt den gesamten Raum als eine gleichmäßig helle Fläche zu behandeln.
Lichtschicht 02 Wenn ein Raum noch immer dunkel wirkt, schau zuerst auf die Wände – bevor du weitere Downlights ergänzt.

Das ist eines der praktischsten Prinzipien für geschichtetes Licht.

Wir verstehen einen Raum nicht ausschließlich durch das Licht auf dem Boden.

Wir lesen seine Wände. Seine Grenzen. Seine Objekte. Gesichter. Öffnungen.

Vertikales Licht lässt einen Raum häufig heller und offener erscheinen, weil es Helligkeit direkt in das Blickfeld bringt.

Ein Raum kann dadurch visuell großzügig wirken, ohne dass die gesamte Lichtmenge drastisch erhöht werden muss.

Architektonische Lichtplanung kann deshalb Wände, Vorhänge, Regale, Stützen oder Materialflächen selbst zu einem Teil der Beleuchtung machen.

Beleuchte nicht nur den Raum zwischen den Oberflächen.

Beleuchte die Oberflächen, die die Architektur erklären.

Lichtschicht 03 — Arbeitslicht sollte der Nutzung folgen, nicht dem Deckenraster

Arbeitslicht wird deutlich einfacher zu planen, sobald das Grundlicht nicht mehr jede Aufgabe übernehmen muss.

Ein Tisch benötigt Licht auf dem Tisch. Eine Rezeption benötigt Licht dort, wo Menschen arbeiten und kommunizieren. Eine Bar benötigt Klarheit auf der Theke – für Gäste und Personal. Ein Leseplatz benötigt nutzbares Licht nahe an der eigentlichen Tätigkeit.

Nichts davon verlangt automatisch, dass der gesamte umliegende Raum heller werden muss.

Lokales Licht kann lokale Anforderungen lösen.

Daraus entsteht noch ein weiterer Vorteil: Der Möblierungsplan beginnt, den Lichtplan mitzubestimmen.

Anstatt Leuchten nach einem abstrakten Deckenraster zu verteilen, reagiert die Beleuchtung darauf, wo Menschen tatsächlich sitzen, stehen, arbeiten und sich bewegen.

Eine praktische Regel Bringe nutzbares Licht dorthin, wo die tatsächliche Nutzung stattfindet.
Lichtschicht 04 — Akzentlicht schafft Hierarchie, indem anderes bewusst ruhiger bleibt

Akzentlicht wird häufig als die Lichtschicht beschrieben, die Kunst, Objekte oder architektonische Details hervorhebt.

Das stimmt.

Seine wichtigere Aufgabe besteht jedoch darin, Beziehungen zwischen unterschiedlichen Helligkeitsniveaus herzustellen.

Ein Akzent existiert nur deshalb, weil etwas in seiner Umgebung weniger dominant ist.

Wenn Kunst, Rezeption, Tische, Erschließung, dekorative Leuchten, Wände und Decke gleichzeitig gleich stark betont werden, bleibt nichts mehr ein Akzent.

Geschichtetes Licht lebt deshalb genauso vom Weglassen wie vom Hinzufügen.

Im Coreum Hotel zeigt die Rezeption dieses Prinzip auf größerer Ebene. Die Rezeption muss innerhalb der offenen Lobby erkennbar sein, während gleichzeitig die zweigeschossige Architektur Präsenz erhalten soll.

Der kreisförmige Kronleuchter über der Rezeption schafft einen klaren Fokuspunkt, zieht den Blick nach oben und gibt dem Ankunftsbereich ein erkennbares Zentrum.

Rezeption des Coreum Hotels mit kreisförmigem Kronleuchter als fokussierende Lichtschicht innerhalb der zweigeschossigen Lobby
Coreum Hotel Rezeption — ein fokussierendes Lichtelement gibt dem Ankunftsbereich ein klares Zentrum und reagiert gleichzeitig auf den Maßstab der zweigeschossigen Architektur.
Lichtschicht 05 Dekoratives Licht sollte eine Aufgabe haben, die über reine Dekoration hinausgeht.

Eine sichtbare Leuchte verändert einen Innenraum selbst dann, wenn sie ausgeschaltet ist.

Ihr Maßstab. Ihr Material. Ihre Höhe. Ihre Form. Ihre Position.

All das wird Teil der Innenarchitektur.

Doch dekorative Beleuchtung wird deutlich stärker, wenn das Objekt gleichzeitig zur räumlichen Logik beiträgt.

Im Coreum Hotel bilden abgerundete Leuchten aus Holz, Glas und Stoff einen bewussten Kontrast zur kantigen Geometrie, zum Sichtbeton und zum Naturstein des Gebäudes.

Die dekorative Lichtschicht bringt deshalb nicht einfach nur Wärme in den Raum.

Sie vermittelt zwischen der robusten Architektur und dem menschlichen Maßstab des Gastes.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Dekorative Leuchten sollten nicht dafür zuständig sein, fehlendes Arbeitslicht, schwache vertikale Beleuchtung oder unklare Orientierung zu kompensieren.

Sie funktionieren am stärksten, wenn die anderen Lichtschichten ihre Aufgaben bereits erfüllen.

Die interessantesten Momente entstehen dort, wo mehrere Lichtschichten ineinandergreifen

Geschichtetes Licht bedeutet nicht, dass jede Lichtfunktion visuell getrennt bleiben muss.

Ganz im Gegenteil.

Sobald die einzelnen Aufgaben verstanden sind, kann ein Element mehrere davon gleichzeitig übernehmen.

Die Bar im Coreum Hotel ist dafür ein besonders gutes Beispiel.

Studio De Schutter entwickelte eine ortsspezifische Installation aus schwarzem Metall, Glas, geschwungenen Schienen und Pendelleuchten auf drei unterschiedlichen Höhen.

Sie erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig.

  • Sie bringt nutzbares Licht auf die Bartheke.
  • Sie unterstützt den Hochtisch.
  • Sie hilft, den Laufweg zu definieren.
  • Sie gibt der Bar einen eigenen visuellen Bereich.
  • Sie schafft ein wiedererkennbares Objekt innerhalb der größeren Lobby.
  • Sie öffnet die Bar visuell zum umliegenden Raum.

Arbeitslicht. Akzentlicht. Räumliche Definition. Dekorativer Charakter.

Mehrere Lichtschichten. Eine koordinierte Geste.

Individuell entwickelte geschichtete Beleuchtung an der Bar des Coreum Hotels mit geschwungenen Schienen und Pendelleuchten auf unterschiedlichen Höhen
Coreum Hotel Bar — die Sonderleuchte kombiniert Arbeitslicht, Orientierung, räumliche Definition und eine prägnante dekorative Ebene innerhalb eines einzigen koordinierten Elements.
Eine oft übersehene Ebene Die Decke ist Teil des Lichtkonzepts – auch dort, wo kein Licht sichtbar ist.

Geschichtetes Licht kann schnell zu einer visuell überladenen Decke führen.

Downlights. Lautsprecher. Sensoren. Sprinkler. Lüftung. Stromschienen. Dekorative Pendelleuchten.

Wenn jedes technische System die gleiche visuelle Präsenz beansprucht, wird die Decke selbst zu einer weiteren konkurrierenden Ebene.

Im Coreum Hotel wurden Beleuchtung und Akustikelemente gemeinsam mit den Architekten koordiniert, damit technische Komponenten in eine ruhigere Deckenfläche integriert werden konnten.

Dadurch bleibt der Blick weiter unten im Raum.

Auf Möbeln. Materialien. Menschen. Der Bar. Der Rezeption.

Manchmal ist die beste Lichtschicht genau die, die verschwindet.

Lichtschicht 06 Lichtszenen dimmen die einzelnen Ebenen nicht einfach. Sie verändern ihre Hierarchie.

Genau hier wird geschichtetes Licht wirklich interessant.

Ein Raum besitzt nicht nur ein einziges korrektes Verhältnis zwischen Grundlicht, Arbeitslicht, Akzentlicht und dekorativem Licht.

Dieses Verhältnis verändert sich.

Im Coreum Hotel wechseln die gemeinsam genutzten Bereiche im Erdgeschoss zwischen Frühstück, Mittag, ruhigeren Tagesphasen, Barbetrieb und Abendessen.

Szenenbasierte Steuerung und Dim-to-Warm-Lichtquellen ermöglichen es derselben Architektur, im Laufe des Tages unterschiedlich zu reagieren.

Bei helleren Tagesbedingungen können Orientierung und allgemeine Sichtbarkeit stärker gewichtet werden.

Am Abend können niedrigere dekorative Lichtquellen, lokales Arbeitslicht und ausgewählte Akzente dominanter werden, während der Hintergrund zurücktritt.

Der Raum wird nicht einfach nur dunkler.

Seine Lichtkomposition verändert sich.

Das zentrale Missverständnis Geschichtetes Licht bedeutet nicht, alle Lichtschichten gleichzeitig einzuschalten.

Genau an diesem Punkt verlieren viele eigentlich anspruchsvoll geplante Innenräume ihre Subtilität.

Jeder Stromkreis ist verfügbar. Also wird jeder Stromkreis genutzt.

Das Ergebnis ist technisch geschichtet – aber visuell flach.

Eine bessere Szene kann bestimmte Lichtschichten bewusst fast vollständig ausschalten.

Morgen  ·  Tag  ·  Abend  ·  Späte Nacht

Am Morgen können vertikales Licht und Grundlicht stärker sein. Am Abend verschiebt sich der Fokus vielleicht auf Tische und einzelne Objekte. Spät in der Nacht kann der Hintergrund deutlich reduziert werden, während Orientierung erhalten bleibt.

Die Lichtschichten bleiben verfügbar.

Ihre Bedeutung verändert sich.

Gerade in kleinen Räumen wird gute Lichtschichtung besonders sichtbar

Große Lobbys und Hospitality-Bereiche machen das Prinzip von Lichtschichten leicht verständlich.

Doch das Prinzip ist in kompakten Innenräumen genauso relevant.

Ein kleiner Raum braucht keine Miniaturversion eines großen Lichtplans.

Er braucht trotzdem eine Hierarchie.

Welche Oberfläche erzeugt Helligkeit? Wo gehört nutzbares Licht hin? Welches Material verdient Aufmerksamkeit? Welche Lichtquelle kann indirekt bleiben? Welche Lichtquelle sollte verschwinden?

In kleineren Räumen fällt jede unnötige Leuchte stärker auf.

Gute Lichtschichtung sollte deshalb häufig zu weniger sichtbaren Leuchten führen – nicht zu mehr.

Lichtplanung eines kompakten Innenraums im Coreum Hotel mit klar voneinander getrennten Lichtschichten
Coreum Hotel — auch kompakte Nebenräume profitieren von einer klaren Unterscheidung zwischen architektonischer Helligkeit, nutzbarem Licht und visueller Betonung.
Eine praktische Reihenfolge für ein Konzept aus Lichtschichten

Für Innenarchitekten lässt sich Überbeleuchtung am einfachsten vermeiden, wenn die einzelnen Lichtschichten bewusst in einer bestimmten Reihenfolge entwickelt werden.

1. Hierarchie definieren

Entscheide zuerst, welche Oberflächen, Ziele und Nutzungen sichtbar bleiben müssen, bevor Leuchten ausgewählt werden.

2. Räumliche Lichtschicht entwickeln

Schaffe genug Grund- und Vertikallicht, damit die Architektur verständlich bleibt.

3. Arbeitslicht lokal ergänzen

Gib Tischen, Arbeitsplätzen, Theken und Lesepositionen genau das Licht, das sie tatsächlich benötigen.

4. Akzente gezielt setzen

Wähle eine begrenzte Zahl von Objekten oder Flächen aus, die eine stärkere visuelle Betonung verdienen.

5. Dekorative Elemente integrieren

Nutze sichtbare Leuchten dort, wo sie Maßstab, Materialität und den architektonischen Charakter des Raums verbessern.

6. Mit Lichtszenen neu komponieren

Entscheide, welche Lichtschichten zu unterschiedlichen Tageszeiten und Nutzungen dominieren, zurücktreten oder vollständig verschwinden.

Das beste Konzept aus Lichtschichten ist nicht das mit den meisten Ebenen. Es ist das, bei dem jede Lichtschicht einen klaren Grund hat, zu existieren.
Häufige Fehler Wenn Lichtschichten zu visuellem Lichtchaos werden
  • ein gleichmäßiges Downlight-Raster als Basis für jeden Raum zu verwenden
  • Grundbeleuchtung automatisch mit gleichmäßiger Helligkeit gleichzusetzen
  • Wände und andere vertikale Flächen zu ignorieren
  • dekorative Pendelleuchten allein funktionale Anforderungen lösen zu lassen
  • zu viele Objekte gleichzeitig mit Akzentlicht hervorzuheben
  • die Lichtplanung unabhängig von Möbelpositionen zu entwickeln
  • mehrere Stromkreise zu planen, sie später aber alle mit ähnlicher Intensität zu betreiben
  • immer weitere Leuchten hinzuzufügen, sobald ein Raum dunkel wirkt
  • zu vergessen, dass reflektiertes Licht eine eigene Lichtschicht bilden kann
  • technische Deckenelemente den Innenraum dominieren zu lassen
  • vom Morgen bis in die Nacht nur eine einzige Lichtszene zu verwenden
  • Dunkelheit grundsätzlich als etwas zu betrachten, das beseitigt werden muss

Lichtschichten sollten das visuelle Erlebnis vereinfachen.

Nicht die Komplexität sichtbar machen, die für ihre Planung notwendig war.

Projektreferenz Coreum Hotel — Lichtschichten in einem wandelbaren Innenraum

Das Coreum Hotel in Stockstadt am Rhein ist ein 5.800 Quadratmeter großes Hospitality-Projekt mit 129 Zimmern und Junior Suiten auf fünf Etagen.

Studio De Schutter entwickelte die architektonische Lichtplanung, individuelle Sonderleuchten und Lichtszenen in den Leistungsphasen 2–8.

Das Lichtkonzept verbindet Sichtbeton und Naturstein mit wärmeren dekorativen Elementen, koordiniert technische Beleuchtung mit der Deckenarchitektur und nutzt lokales Licht, um innerhalb des offenen Erdgeschosses kleinere Bereiche zu schaffen.

Die individuell entwickelte Barleuchte, der kreisförmige Kronleuchter an der Rezeption, szenenbasierte Steuerung und Dim-to-Warm-Lichtquellen zeigen, dass Lichtschichten keine isolierten Systeme benötigen.

Unterschiedliche Aufgaben des Lichts können sich überschneiden und trotzdem klar koordiniert bleiben.

Das komplette Lichtplanungsprojekt Coreum Hotel ansehen →

Projekt Coreum Hotel
Ort Stockstadt am Rhein
Realisiert 2023
Leistungsumfang Lichtplanung LPH 2–8
Häufig gestellte Fragen Lichtschichten verstehen
Was versteht man unter Lichtschichten?

Lichtschichten beschreiben einen Ansatz, bei dem unterschiedliche Lichtfunktionen zunächst separat geplant und anschließend zu einer gemeinsamen Komposition zusammengeführt werden. Dazu können Grundlicht, vertikales Licht, Arbeitslicht, Akzentlicht, dekorative Beleuchtung und szenenbasierte Steuerung gehören.

Welche Lichtschichten gibt es in der Innenarchitektur?

Ein praktisches Lichtkonzept kann räumliches oder allgemeines Licht, vertikales architektonisches Licht, Arbeitslicht, Akzentlicht, dekorative Leuchten und Lichtsteuerung umfassen. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der Architektur und der tatsächlichen Nutzung des Raums ab.

Braucht ein Konzept aus Lichtschichten viele Leuchten?

Nein. Ein erfolgreiches Konzept kann häufig sogar mit weniger Leuchten auskommen, weil jede Lichtquelle eine klar definierte Aufgabe besitzt. Eine einzige Leuchte kann außerdem mehrere Funktionen übernehmen, etwa nutzbares Arbeitslicht liefern und gleichzeitig als dekorativer Fokuspunkt wirken.

Was ist der Unterschied zwischen Grundlicht und Arbeitslicht?

Grund- oder Raumlicht schafft einen lesbaren allgemeinen Zustand innerhalb des Raums. Arbeitslicht ist stärker lokalisiert und stellt nutzbares Licht für eine konkrete Tätigkeit wie Lesen, Arbeiten, Servieren oder die Zubereitung von Speisen bereit.

Warum ist vertikales Licht bei Lichtschichten so wichtig?

Vertikales Licht macht Wände, Gesichter, Regale, Kunst und architektonische Raumgrenzen sichtbar. Da sich diese Flächen direkt im Blickfeld befinden, beeinflussen sie stark, wie hell, offen und verständlich ein Raum erscheint.

Warum sind Lichtszenen wichtig?

Lichtszenen ermöglichen es, das Verhältnis zwischen den einzelnen Lichtschichten im Tagesverlauf zu verändern. Statt lediglich den gesamten Raum heller oder dunkler zu machen, können unterschiedliche Szenen gezielt Orientierung, Arbeit, Essen, Kommunikation oder Entspannung unterstützen.

Wann sollten Lichtschichten geplant werden?

Idealerweise bereits während der Architektur- und Innenraumplanung, bevor Decken, Möbel, Einbauten und Elektropositionen festgelegt sind. Eine frühe Koordination ermöglicht es, die einzelnen Lichtschichten direkt auf Materialien, Möblierung und tatsächliche Nutzungsabläufe abzustimmen.

Planen Sie einen Innenraum, in dem ein einziges Beleuchtungssystem nicht alles leisten kann?

Lichtschichten funktionieren am besten, wenn ihre einzelnen Aufgaben definiert werden, bevor die Leuchten ausgewählt werden.

Studio De Schutter entwickelt architektonische Lichtkonzepte, die räumliches Licht, Arbeitsbeleuchtung, dekorative Elemente, Materialien und Lichtsteuerung zu einem koordinierten System verbinden.

Nicht mehr Leuchten. Präzisere Aufgaben. Klarere Hierarchie.

Denn die Komplexität gehört in die Planung – nicht in das Erlebnis des Raums.

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Sabine De Schutter

Founded in Berlin in 2015 by Belgian born Sabine De Schutter, Studio De Schutter reflects the strong belief that architectural lighting design is much more than just lighting up the built environment.

As independent lighting designers, the studio's focus is on user-centred design, because design is about creating meaningful spaces that positively affect people's lives. Studio De Schutter work focuses on creative lighting for working spaces, custom fixtures for heritage buildings to workshops and installations for public space.The studio's motto = #creativityisourcurrency

Sabine teaches at the HPI d.school, Hochschule Wismar, is an IALD member and the ambassador for Women in Lightingin Germany.

Studio De Schutter wurde 2015 von der in Belgien geborenen Sabine De Schutter (*1984) in Berlin gegründet. Die in Berlin lebende Designerin studierte Innenarchitektur in Antwerpen und Barcelona, hat einen zweiten Master-Abschluss in architektonischem Lichtdesign (HS Wismar) und studierte Design Thinking an der HPI d.school in Potsdam.

Das Studio De Schutter zeigt, dass es beim architektonischen Lichtdesign darum geht, Wahrnehmung zu formen und Erfahrungen zu schaffen. Für Studio De Schutter geht es beim Lichtdesign darum, eindrucksvolle Umgebungen zu schaffen, die das Leben der Menschen positiv beeinflussen. Der Benutzer steht im Mittelpunkt ihres Ansatzes und deshalb lassen sie und ihr Team sich nicht durch konventionelle Beleuchtungsstandards einschränken. Sie arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um die Vision des Projekts und die Nutzerbedürfnisse zu verstehen und sie mit Licht zu akzentuieren. Das Studio De Schutter hat kreative Lichtlösungen für Arbeitsumgebungen, Lichtkunstinstallationen und kundenspezifische Leuchten in seinem Portfolio. Heute ist es ein vierköpfiges Team von internationalen Power-Frauen, die sich alle leidenschaftlich damit, wie Licht den Raum, die Erfahrungen und Emotionen formt, beschäftigt.

Sabine De Schutter lehrt an der Hochschule Wismar und ist Botschafterin für Women in Lighting (https://womeninlighting.com) in Deutschland.

https://www.studiodeschutter.com
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